Sankt Petersburg (ots) – Nach den Unfällen bei den Kernkraftwerken Fukushima hat sich Deutschland für den Atomausstieg entschieden. “Technisch ist der Atomausstieg immer umsetzbar, wirtschaftlich ist eine andere Frage. Das kostet einen Haufen Geld, so kommentierte diese Entscheidung Prof. Dr. rer. Pol. Georg Erdmann von der TU Berlin.
Der Verzicht Deutschlands und einer Reihe anderer Länder der Europäischen Union auf Atomkraftwerke hat zum Vorschein gebracht, dass es zurzeit in der EU keine einheitliche Energiepolitik gibt. Für die ganze Region wäre es sinnvoll, Energiefragen zusammen zu besprechen, so Dr. Erdmann. Nur so kann jeder Staat nachvollziehen, wie er seine Energiewirtschaft zu entwickeln hat. Die Konsequenzen der nicht koordinierten Aktivitäten sind heute im Osten der EU zu sehen, wo jetzt im relativ kleinen Gebiet drei Kernkraftwerke gebaut werden: zwei in Polen und ein in Litauen. Dazu kommen noch zwei AKW in Weißrussland und dem Kaliningrader Gebiet (Russland).
Der Experte ist der Meinung, dass Deutschland zur Deckung seines Energiedefizits kostengünstige Energie aus den Nicht-EU-Ländern importieren könnte. Zum Beispiel wird einer der zwei Reaktoren des Kaliningrader Kernkraftwerks mit der Kapazität von 1200 Megawatt den Strom nur für Exporte produzieren. Geplant ist, dass dieser Bauabschnitt 2018 dem Betrieb übergeben wird. “Wenn die Leitungen da sind, kann die Energie natürlich auch exportiert werden und warum soll man das nicht machen”, sagt Dr. Erdmann. Er meint, dass man mit dieser Absicht auch die Infrastruktur von Nordstream benutzen kann.
Rückfragehinweis: Denis Pleshchenko 10-line V.O. 3, Sankt Petersburg, 197110 Tel.: 007 911 985 6237, e-mail: dp@cirp.ru
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