Eröffnung des Jahres-Events der Weltpresse mit einem Aufruf für Pressefreiheit im Nahen Osten



Paris und Darmstadt (ots) – Das Jahres-Event der internationalen Zeitungswelt wurde am Donnerstag mit einem Aufruf für mehr Pressefreiheit im Nahen Osten und der Würdigung der Rolle der neuen und traditionellen Medien bei den demokratischen Umbrüchen im arabischen Raum eröffnet.

“Während diese epochalen Ereignisse die Medien weltweit in Atem hielten, begann für die Journalisten und Nachrichtenmedien in diesen Ländern eine Zeit der Befreiung”, so Jacob Mathew, Präsident des Weltverbands der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) in seiner Eröffnungsrede zum 63. Weltkongress der Zeitungen, dem 18. World Editors Forum und der Info Services Expo 2011 in Wien.

“Ja, es war ermutigend zu sehen, wie Menschen in der arabischen Welt, denen bisher jeglicher Zugang zu Nachrichten verwehrt war, sehr rasch und weitreichend Nachrichtenkanäle, Zeitungen und neue Medien nutzten”, sagte er. “Damit bekamen Medien, die über Jahrzehnte unterdrückt worden waren, eine legitime Grundlage.”

Mathew betonte auch die Rolle der neuen Social Media während der Aufstände. “Diese Massenerscheinungen haben den Printmedien weltweit gezeigt, dass sich die Meinungsfreiheit auch unerwartete und nie dagewesene Wege sucht, wenn die traditionellen Medien mit Beschränkungen belegt sind”, so der WAN-IFRA-Präsident. “Die Konvergenz all dieser Plattformen ist für uns ein wichtiges Ziel. Wir sollten unsere Strategien auf den Wandel ausrichten und uns dabei auf einer Wellenlänge mit der jungen Generation bewegen, die den Wandel überall vorantreibt.”

Mehr als 1000 Verleger, Chefredakteure, Geschäftsführer, CEOs und andere Zeitungsmanager aus 102 Ländern sind in dieser Woche zum dreitägigen Kongress und Editors Forum in Wien zusammengekommen, in deren Mittelpunkt der Übergang der Zeitungsbranche ins digitale Zeitalter steht.

“Wir sind uns der großen Strategien, Themen und Herausforderungen, die mit der digitalen Welt in schnellem Tempo auf uns zukommen, vollauf bewusst”, stellte Mathew fest. “Nun sind Innovationen und neue Geschäftsideen gefragt, die in einem Umfeld der Möglichkeiten und nicht der Beschränkungen entstehen können. Bei WAN-IFRA haben Innovationen und Forschung einen hohen Stellenwert, denn sie sind ganz entscheidend, wenn es darum geht, die Printmedien besser in der schnelllebigen Medienmatrix zu platzieren.”

Mathew sprach auch den Abhörskandal in Großbritannien und seine Auswirkung auf das moralische Image der Nachrichtenmedien weltweit an.

“Durch diesen Fall riefen insbesondere Regierungen und die sogenannte Zivilgesellschaft nach stärkeren Kontrollmechanismen für die Medienbranche. Es werden neue Gesetze und zum Teil sogar die Einführung drakonischer Strafen für Redakteure, Journalisten und Verleger gefordert”, so Mathew.

“Für uns ist es wichtig, dass eine stärkere staatliche Regulierung hier nicht die richtige Antwort ist. Medien sollten sich selbst darin bestärken und von anderen bestärkt werden, eigene Kontrollmechanismen zu etablieren, und die Organisationen der Nachrichtenmedien sollten sicherstellen, dass ihre Journalisten und Führungskräfte mehr Verantwortung übernehmen. Moralische Grenzüberschreitungen sind verwerflich.”

“Die Glaubwürdigkeit der Nachrichtenmedien wird von der Öffentlichkeit streng überwacht und erfordert auch eine Selbstüberwachung und Selbstkorrektur innerhalb der Branche. Datenschutzfragen werden immer komplexer, je stärker die journalistische Arbeit von den technologischen Möglichkeiten geprägt ist. Schärfere Datenschutzbestimmungen würden sich jedoch möglicherweise auf die Pressefreiheit auswirken.”

“Wir dürfen nicht vergessen, dass es freie und ungehindert arbeitende Zeitungen selbst waren, die diesen bedauerlichen Skandal aufgedeckt haben. Diese Wachsamkeit ist ein inhärenter Bestandteil unseres Selbstverständnisses.”

Fortlaufend aktualisierte Infos vom Kongress und vom Editors Forum sind die ganze Woche über im entsprechenden Blog unter http://www.worldnewspaperweek.org/blog abrufbar.

WAN-IFRA, mit Sitz in Paris, Frankreich, und Darmstadt, Deutschland, sowie Regionalbüros in Singapur, Indien, Spanien, Frankreich und Schweden, ist der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien und vertritt mehr als 18.000 Publikationen, 15.000 Online-Sites und über 3000 Unternehmen in mehr als 120 Ländern. Vorrangiges Ziel des Verbandes ist die Verteidigung und Förderung von Pressefreiheit, Qualitätsjournalismus und redaktioneller Integrität sowie die Entwicklung von erfolgreichen Geschäftsaktivitäten.

Weitere Informationen über WAN-IFRA sind auf der entsprechenden Homepage unter http://www.wan-ifra.org oder im WAN-IFRA Magazin unter http://www.wan-ifra.org/magazine abrufbar.

Pressekontakt:

Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications and Public
Affairs, WAN-IFRA, 96 bis, rue Beaubourg, 75003 Paris, Frankreich.
Tel.: +33 1 47 42 85 07. Fax: +33 1 42 78 92 33. Mobil: +33 6 10 28
97 36. E-Mail: larry.kilman@wan-ifra.org

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