(pressebox) Potsdam, 26.03.2009, ?Es besteht die Gefahr, dass durch wenige ,schwarze Schafe? in der Branche eine ganze zukunftsträchtige Energiequelle, die Erdwärme, eine schlechten Ruf bekommt. Das sagte die Leiterin der Energie Technologie Initiative Brandenburg (ETI), Tanja Kenkmann, auf dem ersten Brandenburgischen Geothermietag am 24. März 2009 in Potsdam. Die fachgerechte und damit nachhaltige Ausführung von Bohrungen für herkömmliche Erdwärmesonden, die für die Nutzung von Erdwärme bisher am weitesten verbreitet sind, empfiehlt die ETI ausdrücklich.
Den Bauherren wird dringend empfohlen, unbedingt zertifizierte Unternehmen mit der Bohrung und der Installation des Heizsystems und der Wärmepumpe zu beauftragen. ?Derzeit gibt es hin und wieder Probleme mit wenig qualifizierten Anbietern, deren Bohrungen nicht die erforderliche Heizleistung erfüllen und sogar eine Umweltgefahr für das Grundwasser darstellen können?, so Tanja Kenkmann. Die Experten wollen solchen Entwicklungen in Zukunft entgegenwirken. Dies, so Kenkmann, sei das Resümee eines wesentlichen Teils der Fachtagung gewesen. Insgesamt 140 Experten aus Wirtschaft und Verwaltung diskutierten aktuelle Technologieentwicklungen.
Zu vorgestellten Technologien für die Gewinnung der Erdwärme gehören Sonden in Gründungselementen von Gebäuden oder in Direktverdampfungssystemen sowie innovative Wärmepumpen und Heizungssysteme. Dazu gehören so genannte Kapillarmatten ? bestehend aus extrem dünnen Heizschläuchen, die in Wänden, Fußböden und Decken verlegt werden können und mit nur geringen Temperaturen und Heizaufwand die gewünschte Raumtemperatur erzielen. Als weiteres zukunftsträchtiges Technologiefeld gilt die Energiespeicherung in saisonalen Erdwärmespeichern: Im Sommer wird überschüssige Wärme im Erdreich gespeichert und im Winter für die Erdwärmeheizung gefördert. Auch die Nutzung von Oberflächenwasser zur Heizung und Kühlung stellt in Brandenburg ein großes Potenzial dar.
Das Land Brandenburg ist wegen seiner Lockergesteine, der hohen Grundwasserstände und der relativ guten zu DDR-Zeiten gewonnenen geologischen Kenntnisse besonders für die Nutzung der Erdwärme geeignet. Im Jahr 2008 waren 5800 Erdwärmeheizungsanlagen in Brandenburg installiert. Mehr als ein Viertel aller Neubauten wurde mit Erdwärme-Heizungen ausgerüstet.
Die Zertifikate lauten für Bohrunternehmen: Zertifizierung nach DVGW-Arbeitsblatt W 120 als Bohr- und Brunnenbauunternehmen und Gütesiegel für Erdwärmesonden-Bohrunternehmen (DVGW-Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches).
Für Installateure: Zertifizierter Wärmepumpeninstallateur des Bundesverbandes Wärmepumpe
Info/Download: www.eti-brandenburg.de
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