Port-au-Prince (ots) – “Unsere Arbeit macht ständig Fortschritte.
Der größte Lohn dafür ist, zu spüren, dass unsere Hilfe bei der
Bevölkerung willkommen ist”, sagt der THW-Einsatzleiter in
Port-au-Prince, Stefan Tahn aus Itzehoe. Seit dem 18. Januar laufen
die Trinkwasseranlagen des THW in Haiti rund um die Uhr. Zunächst nur
zwei in unmittelbarer Nähe des Flughafens, mit dem Eintreffen des
zweiten Teams der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA)
wurden zwei weitere in Léogâne aufgebaut. “Wir haben in den
vergangenen Wochen etwa 3,5 Millionen Liter Wasser aufbereitet und an
die Bevölkerung abgegeben”, bilanziert Tahn.
Trinkwasser gehört weiterhin zu den am dringendsten benötigten
Versorgungsgütern in Haiti. “Wir waren am Anfang eine der ersten
internationalen Organisationen die hier Wasser aufbereitet haben,
mittlerweile sind aber auch andere Organisationen mit ihren Anlagen
da und die Lage entspannt sich langsam”, sagt der THW-Einsatzleiter.
Aufbereitet und verteilt wird das Wasser unterdessen mit der
Unterstützung lokaler Kräfte. Damit folgt das THW-Team dem Prinzip
“Cash for Work” (Bargeld gegen Arbeit), in dem Betroffene nach
Katastrophen in die Nothilfe und Katastrophenbewältigung eingebunden
werden. Dadurch erhalten diese eine Arbeit und die Hilfsmaßnahmen
erfahren eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung. Die lokalen
Mitarbeiter werden im Umgang mit den Trinkwasseraufbereitungsanlagen
geschult, fahren Tanklastwagen und werden an den Verteilstellen
eingesetzt. In Port-au-Prince wird das nach Qualitätskriterien der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufbereitete Trinkwasser an 20
Abgabestellen unter anderem im Stadtteil Carrefour an die Menschen
verteilt. In Léogâne wurde am THW-Camp ein Wasserkiosk eingerichtet
und die Bevölkerung über Radiodurchsagen darüber informiert. Mit dem
mobilen Trinkwasserlabor überprüft das THW die Wasserqualität in der
Region.
Im Basislager in Léogâne, nahe dem Epizentrum des Erdbebens,
bietet das THW neben der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser
auch anderen Organisationen logistische und sanitäre Unterstützung
an. So stellt das THW-Team beispielsweise die Stromversorgung für die
Operationssäle medizinischer Organisationen in der Nachbarschaft
sicher. In dem THW-Camp haben sich außerdem die Mitarbeiter anderer
deutscher und internationaler Hilfsorganisation niedergelassen.
Die deutsche Botschaft in Port-au-Prince wird seit dem Beginn der
humanitären Nothilfe vom THW bei der Koordinierung der deutschen
Hilfsmaßnahmen unterstützt. Auf Bitten des Auswärtigen Amtes wurde
auf dem Botschaftsgelände eine Koordinierungsstelle eingerichtet.
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