Energieeffizienz-Prüfstand für Deutsche Bahn AG / Großmotorenprüfstand als Kraftwerk für Heiz- und elektrische Energie



Darmstadt (ots) – Die Deutsche Bahn AG stattet ihren Standort Bremen mit neuen Prüfstandssystemen für instandgesetzte Großmotoren aus. Das in die Gebäudeinfrastruktur integrierte Prüffeld setzt dabei neue Standards für Energieeffizienz. Verantwortlich für die Entwicklung und den Aufbau zeichnen die Darmstädter Prüfstandsspezialisten von Technogerma Systems, die sich in der Ausschreibung der Deutschen Bahn AG gegen alle Wettbewerber durchsetzen konnte. “Energieeffizienz beginnt nicht erst beim Einsatz eines Motors im laufenden Betrieb. Prüfstandsläufe sind für die Einsatzsicherheit unerlässlich, die dabei entstehende Energie wird mit diesem Prüfstand mehrfach genutzt”, beschreibt Dipl.-Ing. Manfred Kaiser, Projektleiter für das Deutsche Bahn-Projekt bei Technogerma Systems. Antriebe für Lokomotiven stellen besondere Herausforderungen an die Technik eines Prüfstandes. Bis zu 3.000 Kilowatt sind an Leistung zu verkraften, zudem sind die Prüflinge mit vier bis zu 18 Zylindern enorm groß und schwer. Bis zu 9.800 Kilogramm wiegen die Großmotoren, die mit einem eigenen Motorpalettensystem mit dem Antriebsstrang verbunden werden. “Um dem Einsatzzweck zu entsprechen, ist eine hohe Flexibilität zu den unterschiedlichen Motorbauweisen gefragt”, so Ingenieur Kaiser.

Motoren von Caterpillar, Cummins, Daimler-Benz, MAK, MAN, Maybach und MTU können ohne Probleme geprüft werden. Jeder Motor arbeitet dabei während des Prüflaufes als Kraftwerk, Leistungen von bis zu 650 kW werden über die Asynchronmaschine in elektrische Energie umgewandelt und in das Stromnetz eingespeist. Noch nachhaltiger ist der Technogerma-Prüfstand für die Deutsche Bahn im Bereich der Wärmeenergie. Ein Pufferspeicher mit einem Mediuminhalt von 20.000 Litern speichert die während der Probeläufe entstehende Wärmeenergie der Dieselaggregate. Bei Bedarf speist das System die gespeicherte Wärme in das Heizungssystem des Gebäudes, was die Heizkosten senkt und den ökologischen Aspekt des Prüfstandes ausbaut. Neben der Asynchronmaschine sorgt eine hydraulische Bremse mit 2.350 kW für den richtigen Widerstand, gegen den sich die Motoren behaupten müssen. Beide Mechanismen können separat verwendet werden, was eine deutlich höhere Regelgüte ermöglicht. Gleichzeitiger Einsatz sorgt für den höchsten Widerstand – eine effektive Volllastprüfung.

Durch die besonderen Umwelt-Eigenschaften des Prüfstandes ist die Integration in die bestehende Gebäudeinfrastruktur wesentlich tiefgreifender als bei gewöhnlichen Projekten. Die dazu nötigen baulichen Anpassungen für beispielsweise das Hallenheizsystem sind ebenso Teil der umfassenden Planung durch Technogerma im Rahmen des Bahnprojektes wie die Integration der bereits dort bestehenden Prüfstände. “Über eine neu eingerichtete Kontrollzentrale sind die bestehenden wie auch der neue Prüfstand steuerbar. Da auch bei Weitem noch nicht alle Motoren in diesem Bereich elektronisch ansteuerbar sind, kann für jeden Prüfling zwischen mechanischem oder elektronischem Setup gewählt werden. Alle bei der Deutschen Bahn im Einsatz befindlichen Dieselaggregate können auf dem neuen Prüfstand auf Herz und Nieren getestet werden – eine der Grundvoraussetzungen bei der Auftragsvergabe”, beschreibt Ingenieur Kaiser. So wird jeder Prüfstandslauf auch zu einer nutzbringenden Einschaltung eines Kraftwerkes mit Doppelnutzen, denn sowohl die Bewegungs- als auch die Wärmeenergie wird genutzt.

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64291 Darmstadt, Tel.: 06151 – 99 587 – 0, Internet:
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