Bonn (ots) – Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für
Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Johann-Dietrich Wörner, sieht eine
große Chance für eine deutsche Beteiligung an kommenden
Weltraum-Missionen zum Mond. In einem PHOENIX-Interview sagte er am
Mittwoch: “Das DLR hat mit seiner Robotik-Kompetenz besondere
Qualifikation, um so etwas zu planen. Wir wollen da schrittweise
vorgehen, immer auch in Kooperation mit unseren europäischen und
internationalen Partnern, sprich mit der ESA und der NASA.” Auf die
Frage, ob auch ein Deutscher beim nächsten bemannten Mondflug dabei
sein könne, sagte Wörner: “Ich glaube, dass der erste Deutsche auf
dem Mond ein Roboter sein wird, ein Roboter, der sehr intelligent
ist, der schon sehr viel unternehmen kann. Ich glaube aber auch, dass
der Mensch zum Mond zurückkehren wird und ich bin auch ganz sicher,
dass ein europäischer Astronaut in absehbarer Zeit wieder – oder
erstmals – den Mond betreten wird. Ob das ein Deutscher ist, das
werden wir dann sehen.” Weiter sagte der DLR-Chef: “Wir werden uns
darum bemühen, dass es ein Deutscher ist.” Wann die Mission gestartet
werde, hänge auch von den zur Verfügung gestellten Mitteln ab. Ein
Datum festzulegen, wäre derzeit aber etwas zu früh. Zudem bedürfe es
vorab eines gezielten internationalen Programms. “Ich könnte mir
vorstellen, dass gemeinsam mit den Amerikanern, die ganz gezielt
wieder den Mond anfliegen, auch europäische Astronauten mit
unterschiedlichen Nationalitäten zum Mond fliegen können”, so Wörner.
Das von US-Präsident George W. Bush avisierte Jahr 2015 sei dafür
aber zu ehrgeizig. “2018/19 werden die Amerikaner wieder auf dem Mond
sein. Und ich gehe fest davon aus, dass es Flüge mit europäischen
Astronauten geben kann. Und wir sollten uns alle bemühen, dass wir
dort nicht nur Mitflieger sind, sondern dass wir bei diesen
Programmen auch Mitgestalter sind. Dafür sind die Weichen
hervorragend gestellt.”
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