Baierbrunn (ots) – Kinder sollten erst eingeschult werden, wenn
sie wirklich reif dafür sind. Aber immer mehr Eltern in Deutschland
möchten ihr Kind möglichst früh zur Schule schicken. Damit tun sie
den Kleinen unter Umständen keinen Gefallen. “Früher eingeschulte
Kinder erhalten viel seltener eine Gymnasialempfehlung – die
Wahrscheinlichkeit ist um ein Drittel geringer”, berichtet Dr. Andrea
Mühlenweg, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung in Mannheim, im Apothekenmagazin “BABY und
Familie”. Zusammen mit der Leibnitz-Universität in Hannover war sie
an einer Studie beteiligt, die eine sehr große Gruppe hessischer
Schüler untersucht hatte, die zwischen 1993 und 1998 eingeschult
wurden. Ergebnis: Die jünger eingeschulten Kinder “liegen in den
Leistungen oft hinter den älteren Mitschülern. Und sie sind häufiger
Opfer von Mobbing und Gewalt in der Schule”, so Mühlenweg. Nach der
zehnten Klasse gingen sie häufig auf ein berufliches Gymnasium oder
eine Fachoberschule. “Auf das klassische Gymnasium wechseln sie eher
selten.” Mühlenweg empfiehlt Eltern, die Reife ihres Kindes kritisch
zu beurteilen und professionellen Rat einzuholen. Dabei kann durchaus
auch herauskommen, dass das Kind kognitiv und emotional reif genug
ist, um früher zur Schule zu gehen. Dann ist der Kindergarten in der
Tat nicht mehr der richtige Platz. Unangemessenes Wunschdenken aber
kann zum Mühlstein für die ganze Schulzeit werden.
Wann ist ein Kind fit für die Einschulung? Infos sowie Tipps zum
Umgang mit Schulstress unter www.baby-und-familie.de/Kinder/ABC-Schue
tzen-Fit-fuer-die-Schule-A090416KESOR112039.html
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Das Apothekenmagazin “BABY und Familie” 3/2010 liegt in den
meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung
an Kunden abgegeben.
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