Die erste Erzählung des Kölner Historikers Hans Hesse füllt die biografische Leerstelle von Kurt Elvers



Köln (ots) – Seine Biografie ist bis heute eine Leerstelle. Dem Familiengrab in Hamburg-Ohlsdorf droht die Planierung. An Kurt Elvers erinnert dann nur noch ein Stolperstein in der Hamburger Osterstraße. Doch wie starb der Student der “Nordischen Kunsthochschule”, was führte zu seinem Vergessen? Diese Fragen beantwortet der Kölner Historiker Hans Hesse in seiner ersten biografischen Erzählung.

Bremen, im Sommer 1944. Der junge Soldat Kurt Elvers erhält die Erlaubnis, sich als Student bei der “Nordischen Kunsthochschule” einzuschreiben. Er ist des Kämpfens und des Krieges überdrüssig. Er sehnt sich nach Frieden und der Möglichkeit, seinen künstlerischen Talenten nachgehen zu können. Als er von dem Attentat am 20. Juli hört, sagt er im Kreis einiger Mitstudenten: “Schade, dass es nicht geklappt hat, sonst hätten wir jetzt Frieden”. Ein Satz, der an einer Kunsthochschule, die eine “arteigene Kultur im Sinne Adolf Hitlers” aufbauen will, nicht geduldet wird. Elvers wird denunziert und hingerichtet.

Für die Familie von Kurt Elvers beginnt damit ein Justizdrama, das bis in das Nachkriegsdeutschland hineinreicht. Geschildert wird der demütigende Versuch des Vaters, den Tod seines Sohnes zu sühnen. Und obwohl der Fall unbestreitbar klar auf der Hand liegt, stößt er auf beschämende Widerstände.

Hans Hesse wählte die besondere Erzählform der romanhaften Biografie, um die Distanz zum Geschehenen zu verringern, um zu emotionalisieren. Eine Form, die jeder, der die Akten zum Fall Elvers aufschlägt, erfahren würde: Ständig schwingen Fragen beim Lesen mit, sind präsent und nicht immer sofort zu beantworten, die aber den Lesenden immer wieder antreiben, weiterzulesen.

Komplexe Ebenen durchziehen die Erzählung: Der inspirierende Künstler, der Fall Elvers, die Denunziation, die Demütigung des Vaters.

“Bis zur Narbe” ist der gelungene Versuch, die biografische Leerstelle zu füllen und die Erinnerung an Elvers am Leben zu halten.

Hans Hesse Bis zur Narbe. Eine Erzählung.
21×13 cm, 228 Seiten, Softcover.
ISBN 978-3-00-033578-5, 18 Euro
Im Handel ab 19.02.2011

Nähere Informationen, eine Leseprobe, Abbildungen und ein Autoreninterview unter http://www.biszurnarbe.de/fileadmin/Pressemappe.zip

Pressekontakt:

Christopher Schroer

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