Baierbrunn (ots) – Die Diagnose HIV oder AIDS bedeutet schon lange
nicht mehr den absehbaren Tod. Eine Kombinationstherapie aus mehreren
Medikamenten eröffnet den Patienten eine fast normale
Lebenserwartung. Mehr als die Hälfte der HIV-Positiven ist älter als
45 Jahre. “Die Zahl der Patienten steigt, die altersbedingt im
Pflegeheim leben oder zuhause Betreuung brauchen”, erklärt Dr. Stefan
Esser, Leiter der HIV-Ambulanz an der Universitätsklinik Essen und
Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG), in der
“Apotheken Umschau”. Sorge bereitet den Experten in Kliniken und
Beratungsstellen, dass die Gesellschaft darauf kaum vorbereitet ist.
HIV-Positive sind immer noch mit Vorbehalten konfrontiert, die durch
das heutige Wissen über die Krankheit und deren Ansteckungswege
längst vergessen sein sollten. Normale soziale und persönliche
Kontakte sind kein Ansteckungsrisiko, denn das Virus wird bei
sexuellen Kontakten, bei Bluttransfusionen oder während der
Schwangerschaft übertragen. Küssen zum Beispiel, Umarmen oder Trinken
aus dem gleichen Glas sind kein Risiko. Selbst Ärzte, so berichten
Betroffene, verweigern schon einmal den Händedruck. Bedrückende
Aussichten für HIV-Positive, die in das Alter kommen, in dem sie wie
andere auch Pflege benötigen.
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