Sankt Petersburg (ots) – Das Abschalten acht von siebzehn Kernkraftwerken in Deutschland hat nicht zum Energiemangel in Deutschland geführt, meinte Sebastian Pflugbeil DSc, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. Die Situation ist aber damit erschwert, dass die deutsche Regierung bis heute kein bestimmtes Konzept für ein neues Stromversorgerungssystem erarbeitet hat.
“Für den Ausstieg Deutschlands aus dem Atomprogramm gab es keine vernünftige Begründung. “Fukusima” macht für das Land überhaupt kein Problem. Bis heute kann man nicht sicher sagen, ob diese Entscheidung tatsächlich durchgeführt wird. Es gibt starke Kräfte, die sie zu verändern versuchen”, so Pflugbeil.
Die deutsche Wirtschaft ist heute gezwungen, nach den alternativen Lösungen zu suchen. Einige Experten schlagen vor, erneuerbare Energiequellen zu entwickeln. Doch Sebastian Pflugbeil’s Meinung nach entsprechen existierende Stromnetze den regenerativen Energien nicht. “Im Prinzip kann man alternative Energiequellen mit den technischen Möglichkeiten, die es heute gibt, sehr gut und effektiv nutzen. Es fehlt heute aber der Plan, der alle diese Technologien koordinierte”, betonte nochmal der Analytiker. Doch er gibt zu, dass schon heute aus den erneuerbaren Energiequellen mehr Strom in Deutschland erzeugt wird, als auf den Kernkraftwerken.
Den Atomstromimport aus den EU- oder Nicht-EU Ländern hält Pflugbeil für eine Saisonlösung. Zurzeit kauft Deutschland einen Teil von fehlenden Kapazitäten bei den Atomkraftwerken in Frankreich und in Tschechien. In einigen Jahren könnte auch Russland zum Lieferanten werden, wo es heute das Exportatomkraftwerk im Kaliningrader Gebiet neben der Ostseeküste gebaut wird. “Das ist keine gute Lösung, da es politisch schwer verständlich zu machen ist. Wenn Atomtechnologien in andere Länder verschoben werden, wird das kein wirklicher Gewinn sein”, sagte der Gesprächspartner von RBMC. Er ist überzeugt, dass es für jedes Land besser ist, den Strom selbst zu erzeugen.
Rückfragehinweis: Denis Pleshchenko 10-line V.O. 3, Sankt Petersburg, 197110 Tel.: 007 911 985 6237, e-mail: dp@cirp.ru
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