Glücksburg (ots) -
Nordholz – Im Tiefflug fliegt ein Marinebordhubschrauber vom Typ
Sea Lynx über seine Heimatbasis in Nordholz bei Cuxhaven. Über einem
Hangar des Marinefliegergeschwaders 3 “Graf Zeppelin” kreist der
Helikopter zunächst immer langsam werdend und landet dann sicher auf
seiner zugewiesenen Position. Mission erfüllt. Mittendrin, der
19-jährige Gymnasiast Alexander Blumör aus dem hessischen
Seligenstadt am Main. Rund 580 Kilometer von der Heimat entfernt,
erlebt er eine Woche lang den fliegerischen Alltag bei der Marine –
als Praktikant. Sein Berufsziel ist klar: Pilot werden. Davor will er
zunächst alles kennenlernen, ausloten und dann entscheiden. “Ich bin
dankbar für dieses Praktikum. Die Marineflieger bieten mir ein
breites Spektrum der Fliegerei”, sagt der junge Mann. Viele denken:
Fliegen bei der Bundeswehr bedeutet Kampfjets zu fliegen. Blumör hat
sich vom Gegenteil überzeugen können. Die Marineflieger unterstützen
die Flotte, sind auf Fregatten oder Versorgungsschiffen stationiert,
wenn sie auf große Fahrt gehen. Sie unterstützen beim Transport von
Material und Ausrüstung oder übernehmen den Such- und Rettungsdienst
(SAR) der Marine. “Das sind nur einige spannende Aufgaben der
Marineflieger”, sagt Blumör. Bis zu seinem Praktikum hatte er nicht
gewusst, dass die Deutsche Marine auch die Überwachung der Seeräume
gegen Meeresverschmutzungen übernimmt. Dafür stehen der maritimen
Teilstreitkraft der Bundeswehr zwei Propeller-Ölaufklärungsflugzeuge
vom Typ Dornier Do 228 zur Verfügung. Von Anfang an fühlte sich der
Schüler des Ludwig-Geißler-Gymnasiums aus Hanau als vollwertiges
Crewmitglied der Staffel “Fliegerische Ausbildung”. Einweisungen in
den Berufsalltag, Briefings, politische Bildung und der maritime
Schnack gehörten zu seiner täglichen Routine.
Unterrichtung aus erster Hand
Wichtiger Bestandteil des Praktikums war für den Hessen das
persönliche Gespräch mit den aktiven Soldaten. Immer an seiner Seite,
sein Mentor, Leutnant zur See Benjamin Rapp. Der Navigationsoffizier
ist im Seefernaufklärer und U-Boot-Jagdflugzeug P-3C Orion
eingesetzt. Auch dieser Flugzeugtyp hat in Nordholz seinen
Heimatstützpunkt. Fragen zu Einstellungsvoraussetzungen, zur
fliegerischen Ausbildung und den täglichen Dienst nach der Ausbildung
konnte der junge Offizier dem Praktikanten aus erster Hand
beantworten. “Ich durfte ganz offen Fragen stellen, auch kritische zu
den Auslandseinsätzen oder die lange Abwesenheit von zu Hause.” Er
ist sich sicher, ehrliche Antworten erhalten zu haben. Und die fand
er nicht nur bei den Piloten. Auch ein Besuch auf dem Tower, in der
Radarstation sowie in der technischen Gruppe standen auf dem
Programm. Das Praktikum war vollgestopft mit interessanten Terminen.
Die Zeit verging wie im Fluge. Zusammenhänge wurden klar. Jede
einzelne Abteilung auf einem Fliegerhorst hat ihren
Verantwortungsbereich ist Teil des ganzen Betriebsablaufs. Teamgeist
ist gefragt beim Zusammenwirken – ohne ihn kann der Auftrag nicht
erfüllt werden. “Jeder muss sich auf den anderen verlassen können.
Vertrauen und Zuverlässigkeit sind das oberste Gebot in der
Fliegerei”, stellt Blumör fest.
Erlebnisberichte beeindruckten
Am Rande erhielt der Schüler eine aktuelle Einführung in die
Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland und zu
den Auslandseinsätzen der Deutschen Marine. Dabei beeindruckten ihn
die Erlebnisberichte der Soldaten aus ihren Einsätzen. “Das ist ganz
was anderes, als wenn man es im Fernsehen sieht oder in der Zeitung
liest”, ist sich Blumör sicher. Eine besondere Bekanntschaft wird dem
Hessen noch lange in Erinnerung bleiben. Er traf einen amerikanischen
Offizier, der von seinen Erlebnissen und Einsätzen in Südkorea und
Australien berichtete. Die Internationalität der Marine beeindruckte.
“Einfach cool”, sagt der 19-Jährige.
Bundeswehr hat mehr zu bieten
Nach der Woche in Nordholz ist Blumör klar: “Mein Ziel ist es,
Pilot zu werden. Ich habe hier vieles erfahren, was ich so als
Außenstehender nicht mitbekommen oder erlebt hätte. Meine
Vorstellungen haben sich bei weitem übertroffen”. Er habe die
Bundeswehr als ganzes erlebt – ein Gesamtbild erhalten. Vor seinem
Praktikum waren Teile seines Umfelds kritisch gewesen. Nun könne er
diesen Kritikern gelassen entgegen treten. Für Blumör steht fest:
“Bundeswehr hat als Arbeitgeber mehr zu bieten, als mancher sich
vielleicht vorstellen kann. Der kameradschaftliche Umgang, die
Aufnahme als Praktikant in das Team der Soldaten haben mich positiv
überrascht. Auch kann ich jetzt bessere Argumente bei Diskussionen
unter meinen Schulkameraden vorbringen. Mein Praktikum war ein voller
Erfolg. Marine heißt wirklich Meer erleben, wie sie in einem
Werbeslogan verspricht”. In Zukunft könne er nur jedem empfehlen,
sich für ein Praktikum zu melden, um sich ein eigenes Bild von einem
Beruf bei der Marine zu machen.
Besuch bei Marine über Wehrdienstberater möglich
Und so ein Praktikum ist für junge Männer und Frauen fast
jederzeit und an fast jedem Marinestandort möglich. Es gibt mehrere
Möglichkeiten: Zum Beispiel ein- oder zweitägige Truppenbesuche, die
meist für Gruppen angeboten werden. Darüber hinaus können
Einzelpersonen zu einwöchigen Truppenbesuchen, auch kleines Praktikum
genannt, eingeladen werden. Für Einzelpersonen, die sich ein
umfassendes Bild von der Marine machen wollen, sind auch zweiwöchige
Praktika möglich – so kann zum Beispiel eine längere Seefahrt auf
einem Marineschiff mitgemacht werden. Informationen hierzu erteilen
alle Wehrdienstberater. Der zuständige Wehrdienstberater kann über
die Hotline: 01 80 – 29 29 29 00 erfragt werden (EUR 0,06 pro Anruf
aus dem deutschen Festnetz, Handytarife können hiervon abweichen).
Autor: Jörg Binsack, Presse- und Informationszentrum Marine
Fotos: Jörg Binsack, Presse- und Informationszentrum Marine
Weitere Informationen rund um die Marineeinsätze und das oben
genannte Thema finden Sie in unserem Internetportal www.marine.de.
Pressekontakt:
Presse- und Informationszentrum Marine
Stabsbootsmann Detlef Struckhof
Telefon: 0 46 31 – 6 66 – 44 14 / 44 00
E-Mail: piz@marine.de
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