Der Tagesspiegel: Zum Scheitern der Hartz-IV-Gespräche meint der Tagesspiegel:



Berlin (ots) – Politik in Deutschland hat sich auf eine derart groteske Art losgelöst, ja abgekapselt von jenen, für die sie eigentlich da sein sollte, dass man sich wirklich fragen muss, wie lange das noch gut gehen kann. Eine res publica, eine öffentliche Sache also, ist das jedenfalls nicht mehr, was dort veranstaltet wird. Nach Wochen eines verschachtelten Geschachers, das am Ende, nach der Erklärung der Kanzlerin, sie mache das Ganze jetzt zur “Chefsache”, während einer dramatischen Nacht in einem perversen Poker mündete, ist niemand, wirklich niemand in der Lage, ansatzweise vernünftig zu erklären, woran die Verhandlungen gescheitert sind. Nur wer Schuld am Scheitern hat, das wissen alle Beteiligten ganz genau, wussten es auch schon zuvor, weil das Scheitern erwünschter Teil einer Darstellung von Politik ist, die unweigerlich zur Bloßstellung wird. Einfach grotesk.

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Der Tagesspiegel
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Thomas Wurster
Telefon: 030-29021 14013
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