Berlin (ots) – Berlin – Selbst wenn die Löhne wieder steigen,
werden die Rentner davon in den nächsten Jahren nur wenig
profitieren. Der Grund: Die Liste der Rentenkürzungen, die nachgeholt
werden müssen, wird immer länger. “Das wird sich aus heutiger Sicht
wohl mindestens bis zum Jahr 2015 hinziehen”, sagte Herbert Rische,
Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, dem Tagesspiegel
(Montagausgabe). ”Der Ausgleichsbedarf steigt in diesem Jahr auf 3,8
Prozent im Westen und 1,8 Prozent in den neuen Bundesländern, die wir
einsparen müssen”, berichtete Rische. Auch in diesem Jahr hätten die
Renten eigentlich gekürzt werden müssen, wegen der Rentengarantie
gibt es stattdessen eine Nullrunde. Die Kehrseite: Spätere
Rentenerhöhungen werden dafür zur Hälfte von Rentenkürzungen
aufgezehrt, die nachgeholt werden. Rische warnte die Politik davor,
aus wahltaktischen Gründen von der Verrechnung abzuweichen. “Wenn die
unterbliebenen Rentenanpassungen nicht nachgeholt werden, dann wird
es nicht möglich sein, das angestrebte Beitragsziel von 22 Prozent im
Jahr 2030 einzuhalten”, warnte er. In der Diskussion über Altersarmut
von Rentnern spricht sich Rische gegen die von SPD und Linken
geforderte Mindestrente aus, die über der Grundsicherung von rund 600
Euro im Monat liegen soll. Er sehe das “skeptisch”, sagte der Chef
der Rentenversicherung, “hierdurch würde man von der Lohn- und
Beitragsbezogenheit der gesetzlichen Rentenversicherung abweichen.”
Allerdings könne man darüber nachdenken, Rentenleistungen nicht voll
auf die Grundsicherung anzurechnen. Das käme vor allem
Geringverdienern mit kleiner Rente entgegen. “Das könnte ein guter
Ansatz sein”, sagte Rische. “Aber wenn man das macht, dann soll das
bitte nicht nur für die private und betriebliche, sondern auch für
die gesetzliche Rentenversicherung gelten”, mahnte der
Rentenversicherungschef.
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