Der Tagesspiegel: Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei drohen Internet-Versandhaus Amazon mit Boykott / Unternehmen lässt NPD in "Partnerprogramm" zu



Berlin (ots) – Berlin – Das US-amerikanische Internet-Versandhaus
Amazon führt eine Homepage der NPD in einem “Partnerprogramm”, das
der rechtsextremen Partei über eine Verlinkung zu Amazon einen
stetigen Geldzufluss bietet. Die vom Brandenburger Verfassungsschutz
entdeckte Geschäftsbeziehung stößt bei Politikern aller
demokratischen Parteien auf harsche Kritik. Es sei “unmöglich” dass
sich der Internetkonzern mit Rechtsextremisten einlasse, sagte der
Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD), dem
Tagesspiegel. Momper drohte, sollte Amazon die Partnerschaft mit der
NPD nicht aufkündigen, “muss man die Firma boykottieren”. Nahezu
wortgleich äußerte sich der Chef der Grünenfraktion im
Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann, gegenüber dem Tagesspiegel. Auch
Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau sagte, sollte Amazon die
Geschäftsbeziehung zu Amazon “nicht auf der Stelle beenden”, werde
sie “alle Demokraten aufrufen, nicht mehr bei Amazon zu kaufen”. Der
Vorsitzende der Berliner FDP, Markus Löning, will bei Amazon nichts
mehr kaufen, solange das Unternehmen die Partnerschaft mit der NPD
nicht aufkündige. Der Chef der Berliner CDU, Frank Henkel,
appellierte an Amazon, “wenn die Firma sich und ihre
Geschäftsbedingungen ernst nimmt, sollte sie den Vertrag umgehend
kündigen”. Amazon selbst reagierte gegenüber dem Tagesspiegel
zurückhaltend: “Wir prüfen derzeit die Einhaltung der
Teilnahmebedingungen unseres Partnerprogramms durch die Website und
werden nach Abschluss der Prüfung adäquate Maßnahmen treffen”.

Die Informationen stehen Ihnen bei Nennung der Quelle Tagesspiegel
zur Verfügung.

Frank Jansen  (Tel.: 030 – 26009 – 0)

Pressekontakt:
Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de
   

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