Das Phänomen Twitter: Nielsen ermittelt Verdopplung der Nutzerzahlen (Unique Audience) in Deutschland seit April / 1,8 Millionen Nutzer besuchten im Juni mindestens einmal Twitter.com



Hamburg (ots) – Wann auch immer in den letzten Monaten plötzliche
Ereignisse die mediale Berichterstattung dominierten: Die Nutzer des
Microblogging-Dienstes Twitter waren stets schnell und gut
informiert. Die Notwasserung eines Airbus im Hudson River, die
Ereignisse nach den Präsidentschaftswahlen in Iran und zuletzt der
Tod von Michael Jackson lösten einen Boom der 140-Zeichen-Nachrichten
aus. Das Phänomen Twitter wird online wie offline von Anhängern und
Kritikern diskutiert. Dabei wird oft die Frage gestellt, ob sich
Twitter dauerhaft als Plattform des Bürgerjournalismus etablieren
kann oder ob eher das Alltagsgezwitscher dominieren wird. Eine
Analyse der Nielsen Nutzerstatistik belegt den aktuellen
Twitter-Trend und zeigt darüber hinaus, von wem Twitter genutzt wird,
woher die Nutzer kommen und wie sich ihr Nutzungsverhalten gestaltet.

Im Juni 2009 weist die Nielsen Nutzerstatistik für Twitter.com 1,8
Millionen Nettonutzer (Unique Audience) in Deutschland aus. Damit hat
sich die Anzahl derer, die die Website von zu Hause aus oder auf der
Arbeit mindestens einmal im Monat anklicken, seit April dieses Jahres
fast verdoppelt. Betrachtet man die Nutzung unter demographischen
Aspekten, zeigt sich zunächst, dass Frauen mit 54,1 Prozent in der
Nutzerschaft im Juni häufiger auf Twitter vertreten waren als die
männlichen Twitterer. Nach ihrem Alter aufgeschlüsselt waren es die
Nutzer zwischen 25 und 34 Jahren, die – gemessen an ihrem Anteil an
allen aktiven Nutzern – überproportional Twitter nutzten. Der
Affinitätsindex dieser Gruppe liegt mit 150 über alle Altersstufen
hinweg am höchsten.

Die Nielsen Statistik schlüsselt darüber hinaus auf, auf welchem
Weg die Nutzer zu Twitter gelangen. Rund 1,5 Millionen Nettonutzer
geben nicht direkt die URL in ihr Browserfenster ein, sondern finden
über andere Internetseiten zu Twitter. Besonders viel Traffic wird
von Google generiert. Damit stellt sich die Frage, ob es sich bei den
Nutzern um regelmäßige Besucher handelt, denn denkbar ist auch, dass
ein Teil der Nutzerzahlen nur aus kurzfristigem Interesse an
bestimmten Themen oder erhöhter medialer Aufmerksamkeit resultiert.
Die Loyalitätsanalyse der Nielsen Zahlen zeigt, dass 35,7 Prozent der
Nutzer des Vormonats im Juni erneut Twitter besuchten. Anders herum
betrachtet, waren lediglich 27,2 Prozent der Juni-Nutzer bereits auch
im Mai auf Twitter.com. Ein Großteil der Besucher im Juni scheint
also Twitter neu für sich entdeckt zu haben. Ein weiteres Indiz
liefert die Anzahl der Visits: Im Juni waren 71,1 Prozent der Nutzer
nur einmal auf der Website. Lediglich 14,8 Prozent der Nutzer waren
mindestens drei Mal auf Twitter.com unterwegs. Trotz des enormen
Interesses, scheint die Nutzung von Twitter im Juni bei vielen
Nutzern also eher flüchtig und wenig intensiv gewesen zu sein. Dafür
spricht auch die auf der Website verbrachte Zeit: Im Vergleich zu
anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Wer-kennt-wen, weist
Twitter eine deutlich geringere Nutzungsdauer auf. Lediglich 6,5
Prozent der Nutzer verbrachten im aktuellen Monat mehr als 30 Minuten
auf Twitter. Bei Facebook beträgt der Anteil dieser Nutzer 31,8
Prozent. Auf Wer-kennt-wen verbrachten im Juni sogar 43,8 Prozent der
Nutzer mehr als eine halbe Stunde. Dieses Ergebnis ist
selbstverständlich auch darauf zurückzuführen, dass das Verfassen der
140-Zeichen-Tweets darauf ausgerichtet ist, schnell und in Echtzeit
zu kommunizieren und damit weniger Zeit in Anspruch nimmt als die
Kontaktpflege über andere soziale Netzwerke.

Die Nielsen Nutzerstatistik basiert auf einem Nutzerpanel, das die
Internetnutzung in Deutschland Monat für Monat repräsentativ
abbildet. Aktuell zeichnet die Analyse der Daten für Twitter ein
vielschichtiges Bild: Auf der einen Seite steht das enorme Interesse
und der Zuwachs der Nutzerzahlen. Auf der anderen Seite statteten die
Nutzer Twitter nur wenige Besuche ab und viele Nutzer des Vormonats
sind nicht wieder zurückgekehrt. Zugleich werden aber auch kurze
Besuche durch die einfache Bedienbarkeit und die Schnelligkeit von
Twitter begünstigt. Bei unvorhergesehenen Ereignissen mit hohem
Nachrichtenwert kommen diese Eigenschaften dem Microblogging-Dienst
zugute und generieren hohe Aufmerksamkeit.

Pressekontakt:
Silke Trost
Snr. Manager Media & Marketing Relations
Nielsen Media & Online Germany
The Nielsen Company
mailto:Silke.Trost@nielsen.com
Phone +49 (0) 40 / 23642 – 133
Fax +49 (0) 40 / 23642 – 8133  

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