München (ots) – Thema: Wie viel Hygiene ist gut?
Nicht nur sauber, sondern fast klinisch rein soll unser Umfeld
sein. Aber wie viel Hygiene ist gut? “W wie wissen” erklärt, warum
übertriebene Hygiene Kinder krank machen kann, fehlende Hygiene im
Krankenhaus hingegen lebensgefährlich ist. Außerdem zeigt “W wie
wissen”, was jeder tun kann, um das Risiko von Keimen auf
Lebensmitteln einzugrenzen, und Dennis Wilms stellt eine wasserfreie
Toilette mit eigener Kläranlage als Überlebenshilfe vor.
Reinigt Dreck den Magen?
“Dreck reinigt den Magen”, sagten unsere Großmütter damals, als
Wohnungen noch nicht klinisch rein waren. Heute bestätigen Studien:
Zwar profitiert nicht der Magen vom Dreck, aber das Immunsystem wird
damit trainiert – und das schützt vor Allergien. Im Rahmen einer
europaweiten Studie zur Erforschung der Ursachen von Allergien und
Asthma fanden die Forscher auf Bauernhöfen nicht nur gesündere
Kinder, sondern auch zwei besonders häufig vorkommende Bakterien.
Jetzt wollen sie noch weitere “hilfreiche” Keime finden, um daraus
dann einen Impfstoff gegen Allergien zu entwickeln. “W wie wissen”
erklärt, warum Dreck wichtiger für das Immunsystem ist, als
übertriebene Hygiene.
Hygiene im Krankenhaus – Eine Frage von Leben und Tod
Mehr als eine halbe Million Menschen infizieren sich jährlich in
deutschen Kliniken mit Bakterien. Für Tausende von ihnen enden die
sogenannten “Krankenhausinfektionen” tödlich. Dr. Alexander
Friedrich, Mikrobiologe an der Uniklinik Münster kennt die Fakten –
und die Ursache: mangelnde Hygiene. Wie schnell sich Bakterien im
Krankenhaus verbreiten und lebensgefährliche Infektionen auslösen
können, demonstriert der Mikrobiologe jungen Medizinern jedes Jahr in
einem scheinbar simplen Hygienetest. “W wie wissen” war dabei, als
eine Videoaufnahme unbarmherzig jeden falschen Handgriff entlarvte.
Eine Toilette mit eigener Kläranlage als Überlebenshilfe
Was für uns zum selbstverständlichen Hygienestandard gehört, ist in
anderen Teilen der Welt Luxus: eine schlichte Toilette. 2,6
Milliarden Menschen haben weltweit keinen Zugang zu einer
angemessenen Toilette. Millionen sterben in Entwicklungs- und
Schwellenländern, weil Fäkalien und Urin das Trinkwasser verseuchen.
Auch in Bayawan auf der Insel Negros im Süden der Philippinen flossen
die Abwässer aus den Plumpsklos ungeklärt in den Boden oder direkt
ins Meer. Durchfallerkrankungen waren an der Tagesordnung. Geholfen
hat den Menschen in Bayawan eine sogenannte Pflanzen-Kläranlage mit
angeschlossener Urin-Trenntoilette – erfunden am Helmholtz Institut
für Umweltforschung in Leipzig. “W wie wissen” erzählt, wie die
Toilette, die ganz ohne Frischwasser funktioniert, das Leben der
Menschen auf den Philippinen verändert hat.
Keime auf Lebensmitteln
Jedes Jahr erkranken rund 200.000 Menschen durch verdorbene
Lebensmittel. Hauptgrund: mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung oder
der Lagerung. Fast ein Drittel der Fälle sind Infektionskrankheiten
verursacht durch Bakterien oder Keime. Gemeinsam mit Dr. Peter Klauth
von der Hochschule Niederrhein testet “W wie wissen” Lebensmittel in
unterschiedlichen Stadien: Frisch aus dem Supermarkt, nach zwei Tagen
im Kühlschrank, in der Pfanne und auf dem Teller. Was ist hygienisch
einwandfrei und was bedenklich? Was kann jeder tun, um das Risiko von
Keimen auf Lebensmitteln einzugrenzen?
Moderation: Dennis Wilms
“W wie Wissen” im Internet unter www.DasErste.de/wwiewissen
Pressekontakt:
Redaktionelle Koordination: Anahita Parastar / WDR
Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Telefon: 089/5900-3876, E-Mail: Agnes.Toellner@DasErste.de
Petra Berthold, MedienAgentur Berthold,
Telefon: 0221/95 45 790, E-Mail: info@medienagenturberthold.de
Fotos unter www.ard-foto.de
No Comments on "Das Erste: "W wie Wissen" am 18. April 2010 um 17.03 Uhr im Ersten"