München (ots) – Moderation: Frank Plasberg
Das Thema:
Priester und der Sex – Wie viel Wahrheit wagt die Kirche?
Die Gäste:
Hans-Jochen Jaschke (Weihbischof des Erzbistums Hamburg)
Heiner Geißler (CDU-Sozialpolitiker, ehem. Schüler und Novize des
Jesuitenordens)
Norbert Denef (wurde als Kind von einem Priester missbraucht; fordert
mehr Rechte für Opfer von sexuellem Missbrauch)
Bascha Mika (Journalistin; ehem. “taz”-Chefredakteurin)
Die katholische Kirche in der Krise: Missbrauchsfälle, Übergriffe
auf Schutzbefohlene. Und der Vorwurf, dass vertuscht und verschleiert
wurde, statt den Opfern zu helfen. Wem nützt eigentlich der Zölibat?
Was muss noch passieren, damit auch die Not der Priester erkannt
wird? Und wie stark ist ein Glauben, der die Glaubwürdigkeit
verliert?
Interessierte können sich auch während der Sendung per Telefon und
Fax an der Diskussion beteiligen und schon jetzt über die aktuelle
Internet-Seite (www.hart-aber-fair.de) ihre Meinung, Fragen, Ängste
und Sorgen an die Redaktion übermitteln. “hart aber fair” ist immer
erreichbar unter Tel.: 0800/5678-678, Fax: 0800/5678-679, E-Mail:
hart-aber-fair@wdr.de.
Pressekontakt:
Redaktion: Stefan Wirtz
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Dr. Lars Jacob
Presse und Information Das Erste
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24/02/2010 at 15:07 Permalink
Vertrauen ist eine zarte Pflanze!
Ich glaube nicht das es das Ziel von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist, die katholische Kirche anzugreifen oder Erzbischof Robert Zollitsch zu attackieren. Weder polemisiert sie den Sachverhalt mit dem sich die Kirche auseinandersetzen muss noch spricht sie die Unwahrheit. Zollitsch muss aber doch erkennen das Leutheusser-Schnarrenberger als Frau, Ministerin, ehrenamtliche Richterin und Mitglied des Kinderschutzbundes ein besonderes Interesse daran hat sexuellen Missbrauch von Kindern, Minderjährigen und Schutzbefohlenen in jeglicher Form aufzuklären. So weltfremd kann katholische Moral einfach nicht sein um dafür Verständnis aufzubringen.
Kinder und Jugendliche wollen gesund erwachsen werden und sich ihren Fähigkeiten gemäß frei entwickeln. Wichtig sind ihnen gerade in dieser Zeit, Werte wie Vertrauen, Freundschaft und Zuneigung die sie erwachsenen Menschen entgegenbringen denen sie anvertraut sind. Erwachsene die das wissen und Kinder sexuell missbrauchen handeln skrupellos und sind Verbrecher. Auch wenn die Täter katholische Priester und Ordensleute sind. Um ihre Triebe zu befriedigen nehmen sie die fatalen Folgen für die Gesundheit und Seele der missbrauchten Kinder in Kauf. Ekelerregend und beschämend.
Gleichwohl ist Kindesmissbrauch ein Problem unserer ganzen Gesellschaft nicht der Kirche. Das belegen allein schon Zahlen der Kriminalstatistik Baden-Württemberg (PKS) die als Drucksache vom Stuttgarter Landtag am 10. Februar 2010 ausgegeben wurde (Drucksache 14 / 5619). Danach sind in den vergangenen fünf Jahren allein in Baden-Württemberg in mindestens 8.125 Fällen, Minderjährige, Kinder und Schutzbefohlene sexuell missbraucht worden. Zweifellos zeigen diese Zahlen eine entsetzliche Entwicklung auf.
Als Katholik, Vater und Bürger dieses Landes kann ich da nur an Erzbischof Zollitsch und die Justizministerin appellieren ihre unangebrachten Zankereien einzustellen und sich an einen Tisch zu setzen um Lösungen zu erarbeiten. Entschuldigungen an die Opfer sind gut gemeint aber unzureichend. Klar ist bisher nur das Vertrauen unserer Kinder in uns Erwachsene ist eine zarte Pflanze. Ist es erst einmal zerstört kommt es so schnell nicht wieder.
Sean Lorenz, Neresheim, Baden-Württemberg