München (ots) -
– “China-Crash” würde deutsche Automobilindustrie bis ins Mark
treffen – Berylls Analyse zeigt auf: Potenzieller Ergebniseinbruch von bis
zu 70 Prozent – Risikomanagement erforderlich, um rechtzeitig Maßnahmen
ergreifen zu können
Trotz zunehmender Eintrübung der Konjunktur eilen die deutschen Automobilhersteller von Absatzrekord zu Absatzrekord: +14 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen 2010. Dieser Erfolg resultiert zu einem erheblichen Maße aus dem boomenden chinesischen Markt, der durchschnittlich rund 22 Prozent des Absatzes ausmacht und der sich laut Planungen der Automobilhersteller bis 2020 nahezu verdoppeln soll. Kontinuierlich erhöht sich damit die Abhängigkeit der Automobilhersteller vom chinesischen Markt, der mit hohen Risiken behaftet ist.
Vor dem Hintergrund einer Immobilienblase, steigender Inflation und nicht fortsetzbarer chinesischer Konjunkturprogramme hat Berylls Strategy Advisors die Automobilindustrie einer Risikoprüfung “China-Crash” unterzogen. Die Prüfung simuliert Szenarien eines Absatzeinbruchs des chinesischen PKW-Marktes in einer Größenordnung von -10 bis -50 Prozent und berücksichtigt Rückkopplungseffekte in die traditionellen Märkte für das Jahr 2013. Ein Absatzeinbruch insbesondere bei den großen, margenstarken Fahrzeugmodellen resultiert in einen Gewinneinbruch von bis zu -70 Prozent.
In China wird zudem das Geld verdient, um notwendige Zukunftsinvestitionen zu finanzieren, beispielsweise zur CO2-Reduktion und für Elektromobilität sowie Konnektivität. “Fällt der chinesische Markt aus, bricht nicht nur der Gewinn ein, sondern auch die Innovations- und damit Zukunftsfähigkeit der Automobilhersteller wäre gefährdet”, so Dr. Jan Burgard, Partner bei Berylls Strategy Advisors. “Für uns stellt sich weniger die Frage, ob die Automobilhersteller in der akuten Krise gut aufgestellt wären – schließlich besitzen sie ein erprobtes Kriseninstrumentarium. Die Frage ist vielmehr, was vorausschauend unternommen werden kann”, so Burgard.
Das Beispiel “China-Crash” zeigt auch, dass die Automobilindustrie dem Thema Risikomanagement wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenken muß. China ist und bleibt der wichtigste Automobilmarkt in den nächsten Jahren. So sollten die deutschen Automobilhersteller in Form eines “Stresstests” die potenziellen Auswirkungen eines Einbruchs in China auf ihre Wertschöpfungskette besser verstehen, um sich gegen einen eventuellen “Crash” zu wappnen. Je besser die Risiken verstanden werden, desto weniger ist der kurzfristige (Feuerwehr-) Einsatz von Task Forces erforderlich. Zudem sollten sie ihre Geschäftsmodelle stärker absichern, indem sie in China Kostenstrukturen flexibilisieren und ihre Positionierung in den traditionellen Märkten weiterentwickeln. Ein “Aktionsplan China” ist dann auch in ein aktives Risikomanagement einzubetten.
Aktionsplan China:
1. Stresstest als Ausgangspunkt: OEM-spezifische Identifikation der Schwachstellen, die von einem “Crash” in China besonders betroffen wären
2. “Task Force China”: Dedizierte Mitarbeiter, die bereits jetzt Gegenmaßnahmen für die Schwachstellen definieren und umsetzen
3.Detaillierter Maßnahmenplan: Klares Vorgehen ab Tag 1 im Falle eines Abschwungs oder Einbruchs durch festgelegte Schritte und Verantwortlichkeiten
4. Zusätzlicher Profit als “Puffer”: Beispielsweise maximales Ausreizen der Erträge bei Sonderausstattungen
5. Konsequenz bei Kostenpotenzialen: Fortsetzung der Kostensenkungen (Materialkosten, Modularisierung) und Flexibilisierung in der Produktion
6. Risikomanagement: Kontinuierliches Risiko-Monitoring und Etablierung von Frühwarnsystemen
Über Berylls Strategy Advisors
Berylls Strategy Advisors ist eine, auf die Automobilindustrie spezialisierte Top-Managementberatung, die von erfahrenen Automotive Partnern im Mai 2011 gegründet wurde. Gemeinsam mit Kunden – Automobilherstellern, Automobilzulieferern, Engineering-Dienstleistern, Ausrüstern sowie Investoren – arbeiten die Strategieberater an Antworten zu den zentralen Herausforderungen der Automobilindustrie auf den Gebieten Strategie, Mergers & Acquisitions und Performance-Steigerung. Berylls’ Beratungsteams zeichnen sich durch langjährige Erfahrung, fundiertes Wissen sowie innovative, umsetzungsstarke Lösungen aus. Durch strategische und projektbezogene Kooperationen mit der EDAG Group, ESG, Lotus Engineering und MBTech Group, erzielt Berylls weitere Vorteile bei Technologie-Kompetenz, Automobil-Marktverständnis und Kundennetzwerken.
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