München (ots) – Gedämpftes Investitionsklima, zurückgehende
Projektgeschäfte und fehlende Liquidität zählen zu den Hauptproblemen
/ Fachkräftemangel spielt nur noch untergeordnete Rolle / Führendes
Systemhaus im indirekten Vertrieb in Deutschland ist die
Computacenter AG / Platz 2 Bechtle AG, Platz 3 TDMi Gruppe
Die Wirtschaftskrise zeigt auch in der deutschen
Systemhaus-Branche ihre deutlichen Spuren. Zu diesem Ergebnis kommt
eine aktuelle Marktumfrage, die die ITK-Medienplattform
“ChannelPartner” seit 1999 jährlich unter den 75 größten
Systemhäusern durchführt. Demnach sorgt sich eine Mehrheit von 57,4
Prozent der befragten Systemhäuser um ihre Auftragslage – das sind
zehn Mal so viele Unternehmen wie im Vorjahr, als sich gerade einmal
5,6 Prozent von ihnen über die Investitionsneigung ihrer Kunden
Gedanken machten. Mehr als jedes fünfte Systemhaus (21,3 Prozent)
beklagt derzeit ein zurückgehendes Projektgeschäft. Darüber hinaus
berichten 17 Prozent der Befragten von fehlender Liquidität, um
beispielsweise größere Projekte vorzufinanzieren – im Vorjahr war
dies nur für zwei Systemhäuser ein Thema.
Sehr viel pessimistischer als im vergangenen Jahr fällt die
Stimmung der Systemhäuser auch in punkto Investitionsklima aus. Hier
glaubt die überwiegende Mehrheit der Befragten (58,7 Prozent), dass
ihre Kunden 2009 weniger IT-Equipment bestellen und weniger Services
nachfragen werden als 2008. Im Vorjahr rechnete nur eine
verschwindend geringe Minderheit (1,9 Prozent) mit einer
Verschlechterung ihrer Lage.
Mit Blick auf die Umsatzerwartung herrscht bei den deutschen
Systemhäusern jedoch insgesamt gedämpfter Optimismus vor. Fast die
Hälfte (48,9 Prozent) der Befragten ist der Überzeugung, dass ihr
Unternehmen 2009 leicht zulegen wird. Mehr als jeder Achte (12,8
Prozent) erwartet sogar, in diesem Jahr die Umsätze stark steigern zu
können. Laut “ChannelPartner” könnte dies unter anderem daran liegen,
dass fast alle (95,7 Prozent) befragten Systemhäuser für die
kommenden zwölf Monate mit weiteren Fusionen und Insolvenzen rechnen,
sodass sich bei den dann verbleibenden Unternehmen die Umsätze
überdurchschnittlich entwickeln könnten.
Vor dem Hintergrund der angespannten Wirtschaftslage sind die
Systemhäuser auch beim Thema Personalplanung vorsichtiger. Während im
vergangenen Jahr noch über drei Viertel (77,3 Prozent) angaben, ihre
Belegschaft aufzustocken, wollen in diesem Jahr lediglich 40,4
Prozent der Unternehmen weitere Beschäftigte einstellen. In diesem
Zusammenhang spielt auch der in der Vergangenheit oft postulierte
Fachkräftemangel nur noch eine untergeordnete Rolle. Haben sich 2008
noch über drei Viertel (77,8 Prozent) der Systemhäuser über den
Fachkräftemangel am Markt beklagt, so tut dies aktuell nicht einmal
ein Drittel (31,9 Prozent) von ihnen.
2008 konnten die Top-25-Systemhäuser in Deutschland einen Umsatz
in Höhe von 4,72 Milliarden Euro erwirtschaften – gegenüber 2007
(4,70 Milliarden Euro) ist dies nur ein marginaler Zuwachs. An der
Rangfolge der ersten acht umsatzstärksten Systemhäuser hat sich
gegenüber 2007 nichts geändert. Deutschlands größtes Systemhaus im
indirekten Vertrieb ist nach wie vor die Computacenter AG, die 2008
einen Inlandsumsatz von 1,082 Milliarden Euro (2007: 1,090 Milliarden
Euro) erzielte. Auf dem zweiten Rang steht die Bechtle AG aus
Neckarsulm mit einem Umsatz von 939 Millionen Euro (2007: 902
Millionen Euro). An dritter Stelle folgt die TDMi-Gruppe, die 2008
einen Umsatz von 410 Millionen erzielte (2007: 527 Millionen Euro).
Viel Bewegung gab es laut “ChannelPartner” aufgrund von Übernahmen
oder Fusionen dagegen in der unteren Hälfte des Top-25-Tableaus.
Gleich drei der dort platzierten Systemhäuser konnten 2008
zweistellig zulegen und einige Plätze nach oben klettern. So stieg
der Umsatz der Datagroup AG, die im aktuellen Ranking nun auf Rang 13
liegt (Vorjahr: Rang 16), 2008 um 11,2 Prozent auf 75,5 Millionen
Euro. Um zwei Plätze auf Rang 16 verbessert hat sich die deutsche
Dependance der österreichischen ACP-Gruppe. 2008 erzielte das
Unternehmen ein Umsatzwachstum von 30,1 Prozent auf 72 Millionen
Euro. Der größte Sprung nach vorn gelang der Datalog AG. Mit einem
Umsatzzuwachs von 24,9 Prozent kletterten die Münchner um gleich fünf
Plätze auf Rang 18.
Auszüge der Studie veröffentlicht ChannelPartner in der aktuellen
Ausgabe 35-36/2009, die am Donnerstag, den 3. September 2009
erscheint. Die gesamte ChannelPartner-Studie “Top-25-Systemhäuser”
erhalten die Newsletter-Abonnenten kostenlos, Anmeldung unter
www.channelpartner.de/newsletter. Tagesaktuelle Informationen zur
deutschen Systemhaus-Branche sind unter
www.channelpartner.de/systemhaeuser zu finden.
Pressekontakt:
Dr. Ronald Wiltscheck, Redaktion ChannelPartner,
Tel. 089/36086-753, Fax: 089/36086-99753,
E-Mail: rwiltscheck@channelpartner.de
www.channelpartner.de
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