Frankfurt am Main (ots) – Die jetzt erschienene sechste Auflage der Heimbroschüre des Frankfurter Forums für Altenpflege präsentiert 40 Einrichtungen. Über Eckdaten wie Bewohnerplätze, Lage und Angebote hinaus beschreiben darin die Mitarbeiter der Heime, wie sie Menschen mit Demenz betreuen.
Seit dem Pflegeversicherungsgrundsatz “ambulant vor stationär” (1995) leben in Altenpflegeheimen hauptsächlich Menschen, die sich nicht mehr selbst versorgen können. Die meisten sind desorientiert. Aus der Altenpflege kommt das Erfahrungswissen, dass sich Menschen mit Orientierungsproblemen über Gefühle mitteilen. Ihre Wünsche und Befürchtungen erschließen sich den Pflegenden etwa über Freude oder Angst. Angst ergreift den Desorientierten, wenn er unguten Gefühlen hilflos ausgeliefert ist und niemand ihm beisteht, diesen Zustand zu überwinden.
Seit Pflegeversicherungseinführung vor 15 Jahren sieht der Gesetzgeber 21 in Zeit und Aufwand messbare und zu dokumentierende Verrichtungen vor. Nicht messbar und unberücksichtigt bleibt, dass der Mensch als Mensch, solange er lebt, ein Selbst ist, mit über das Grundgesetz verbürgter Würde und Selbstbestimmung. Wenn die Würde die erste Rechtsnorm hierzulande ist, als Ausdruck der Achtung des Menschen vor dem Menschen, hat das eine Bedeutung für alle. Mit der Pflegeversicherungsreform 2008 wurde für desorientierte Menschen eine Minimalbetreuung eingeführt.
Die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt am Main beschloss schon vor zehn Jahren zusätzlich ein Soforthilfeprogramm (heute 3 Mio. Euro jährlich), mit dem Heime Betreuungskonzepte für desorientierte Menschen kreativ umsetzen können. Es zeigt sich, dass die psychosoziale Zuwendung Pflegenden und Bewohnern gleichermaßen die Selbstachtung ermöglicht, die über die reine Grundleistung der 21 Pflegeverrichtungen verloren geht. Es ist darauf zu achten, dass innerhalb eines auch nach ökonomischen Gesichtspunkten organisierten Betriebs an erster Stelle die Menschen zu stehen haben.
Die Broschüre “Würde im Alter mit Heimvorteil” mag zwar wegen der lokalen Einrichtungen Interesse hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet finden, der Sache nach weist sie über Deutschland hinaus.
Pressekontakt:
Beate Glinski-Krause
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