München (ots) – Die BMW Stiftung Herbert Quandt und das Institute for Public Knowledge der New York University (NYU) starteten am vergangenen Wochenende das POIESIS Fellowship, ein internationales, interdisziplinäres Forschungsprogramm. Das POIESIS Fellowship ist ein Gemeinschaftsprojekt von BMW Stiftung und dem Institute for Public Knowledge und wird unterstützt von der Gerda Henkel Stiftung.
Das Eröffnungsjahr des Poiesis Fellowship steht thematisch im Zeichen der Städte. Professor Richard Sennett, Direktor der Initiative: “Städte bilden heutzutage den Lebensraum von mehr als der Hälfte der Menschheit, sie sind Orte globaler Verbindungen und Interaktionen zwischen unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Akteuren. In ihnen werden neue Formen der Kooperation, aber auch neue Konflikte sichtbar.” Er betonte, dass Städte, als Zentren der Wiederaneignung und des innovativen Designs, “unter dem Aspekt komplexer Systeme statt isolierter Bauwerke, gesellschaftlicher Kräfte statt ästhetischer oder planerischer Zielsetzungen” gedacht werden müssen. Nach Aussage von Craig Calhoun, Direktor des IPK und University Professor an der NYU, ist es das ehrgeizige Ziel der interdisziplinär zusammengesetzten Forschungsgruppe, neues Wissen hervorzubringen und verschiedene Instrumente zum Verständnis neuer, komplexer Probleme zur Verfügung zu stellen. Das Poiesis Fellowship werde “dieser Kreativität Vorschub leisten, indem es junge Wissenschaftler, Künstler, Ingenieure, Architekten und Physiker zusammenbringt, um internationale kollaborative Beziehungen aufzubauen. Unsere kollektiven Bemühungen werden bestehende disziplinäre Perspektiven und Trennlinien zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Praktiken überwinden.”
Neben Craig Calhoun und Richard Sennett enthält die Liste der beteiligten Wissenschaftler so renommierte Namen wie Richard Burdett (Architektur, London Schoolof Economics), Bruno Latour (Soziologie, Sciences Po), Klaus Mainzer (Wissenschaftsphilosophie, Technische Universität München) und Saskia Sassen (The Committee on Global Thought, Columbia University). Diese Wissenschaftler stehen als Mentoren für die ersten zehn Poiesis Fellows zur Verfügung.
Markus Hipp, geschäftsführender Vorstand der BMW Stiftung: “Die enge internationale Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern und prominenten Denkern und der interdisziplinäre Dialog sind eine großartige Chance für junge Wissenschaftler und Praktiker, die am Anfang ihrer Karriere stehen.”
Vom New Yorker Filmemacher Cassim Shepard bis hin zum Münchner Philosophen Wolfgang Pietsch – die Fellows weisen unterschiedliche Backgrounds, Ursprungsländer, Interessenfelder und Forschungsinteressen auf. Allen gemein ist, dass sie bereits vordem durch ihre innovative Arbeit aufgefallen sind und starkes Interesse an interdisziplinärer Zusammenarbeit haben. Zu den Fellows gehören auch die spanische Architektin Nerea Calvillo, die sich mit ihrem Projekt “Sensing cities” auf Datenvisualisierungen und Kartografien spezialisiert sowie Orit Halpern, Assistant Professor am Eugene Lang College der New School for Social Research, die sich in ihrem aktuellen Buchprojekt mit historischen und philosophischen Aspekten der Wechselbeziehungen zwischen Archiv, Gedächtnis und Wahrnehmung in digitalen Systemen befasst.
Die Mitglieder des Poiesis Fellowship trafen sich erstmalig vom 16.-18. April 2010 in München, um Ansätze für gemeinsame interdisziplinäre Projekte zu finden und Visionen für die Städte von morgen zu diskutieren. Es haben sich zwei Projektteams gebildet, die sich den Themen “Genealogie der Städte” und “Infrastruktur” befassen. Das nächste Poiesis Treffen wird im August in New York statt finden.
Weitere Informationen für Journalisten können beantragt werden:
http://www.bmw-stiftung.de/de/medien/journalisten-service
Kontakt Kommunikation:
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Tel. + 49 30 3396 – 3529
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