(pressebox) Berlin, 12.11.2008 – Handwerkskammer Berlin und IHK Berlin haben heute zum Abschluss ihres gemeinsamen Wettbewerbs "Bester Ausbildungsbetrieb 2008" die Gewinner geehrt. Als bester Ausbildungsbetrieb des Jahres wurde unter 70 Bewerbern die Medizintechnikfirma Biotronik GmbH & Co. KG ausgezeichnet. Den zweiten Platz belegte das Fotostudio Die Hoffotografen GbR, dritter wurde die Berliner Volksbank eG. Wirtschafts-Staatssekretär Jens-Peter Heuer würdigte bei der Feierstunde in der IHK das Engagement der Wirtschaft, in ausreichender Zahl Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
Der Wettbewerb "Bester Ausbildungsbetrieb" wurde mit Unterstützung der Medienpartner "Berliner Morgenpost" und rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg bereits zum fünften Mal ausgeschrieben. Wettbewerbskriterien sind die Ausbildungsquote, die Leistungen der Lehrlinge und die "Ausbildungskultur" in den Betrieben. Die Urkunden wurden von IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer, Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz und Staatssekretär Heuer überreicht. Dazu gab es für die Gewinner-Betriebe Eintrittskarten für Veranstaltungen der Bundesliga-Sportvereine Alba Berlin, Eisbären Berlin, Füchse Berlin und Hertha BSC.
"Ausbildung ist ein wichtiger Bestandteil der Zukunftssicherung für Unternehmen, denn sie werden sich nur mit hochqualifiziertem Personal auf dem Markt und im Wettbewerb behaupten können", betonte Handwerkskammer-Präsident Schwarz. Vor dem Hintergrund weiter sinkender Schulabgängerzahlen erhöhe sich die Schwierigkeit, geeignete Lehrstellenbewerber zu finden. Der dadurch drohende Fachkräftemangel lasse bei den Betrieben die Bereitschaft für Ausbildung wachsen. Wichtig sei eine verbesserte Bildung und Ausbildungsreife der Schüler. Zudem komme es darauf an, die Bewerber möglichst passgenau entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln.
"Rund zwei Drittel der Schulabgänger absolvieren eine Berufsausbildung, die damit die wichtigste Ausbildung in Deutschland ist", betonte IHK-Präsident Dr. Schweitzer. Er verwies in diesem Zusammenhang auf verstärkte Angebote insbesondere für leistungsschwächere Schüler. Für diese jungen Leute gebe es Einstiegsqualifizierungen, berufseinführende Praktika oder andere spezielle Ausbildungsangebote. Zugleich mahnte Schweitzer mehr Wirtschaftsnähe im Berliner Schulunterricht an, zum Beispiel durch ein Schulfach Wirtschaftslehre. Junge Leute ohne Ausbildung seien fast alle für eine Hartz-IV-Karriere vorprogrammiert. Das aber sei sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft eine Katastrophe.
Der Jury "Bester Ausbildungsbetrieb" gehörten der Chefredakteur der "Berliner Morgenpost", Carsten Erdmann, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion für Arbeit Berlin-Brandenburg, Margit Haupt-Koopmann, die Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg, Dagmar Reim, der Berliner Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Harald Wolf sowie IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer und Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz an. Zu den weiteren lobend erwähnten Betrieben gehörten in diesem Jahr gemeinsam auf Platz vier das AKZENT Hotel Kolumbus und die Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt GmbH sowie auf dem sechsten Platz die Firma Zapf Umzüge.
1. Platz: BIOTRONIK GmbH & Co. KG
Das Unternehmen bildet seit 1978 aus, mittlerweile in acht Ausbildungsberufen und drei dualen Studiengängen. Um diese anbieten zu können, wurden Kooperationen u.a. mit der Berufsakademie Berlin sowie mit der Technischen Fachhochschule abgeschlossen. Um alle erforderlichen Qualifikationen zu vermitteln, bietet die Firma eine Verbundausbildung mit der Siemens AG an. Die Azubis werden von Mentoren begleitet und können einen Teil ihrer Ausbildung an einem Auslandsstandort absolvieren, da das Unternehmen global agiert. Zudem sind die Lehrlinge in Prämienmodellen für gute Leistungen integriert. Ihnen werden auch regelmäßige Workshops und Schulungen angeboten. Von 2006 bis 2008 wurde die Zahl der Auszubildenden um 67 Prozent erhöht.
2. Platz: Die Hoffotografen GbR
Der Handwerksbetrieb bildet seit zehn Jahren aus, hat seitdem acht Lehrlinge in Festanstellung übernommen und zählt derzeit bei zwölf Angestellten fünf Azubis. Auffallend sind die sehr guten Ausbildungsleistungen: 2003 stellten die Hoffotografen die Bundessiegerin im Fotografenhandwerk beim Praktischen Leistungswettbewerb, 2006 wurde eine Auszubildende Landessiegerin. Hervorzuheben ist das familiäre Betriebsklima – es gibt monatlich gemeinsame Team-Essen, jeder Azubis hat einen Paten unter den ausgebildeten Fotografen, und Lehrlinge dürfen Studio und Equipment auch außerhalb der Öffnungszeiten nutzen. Zudem wird großer Wert auf Fort- und Weiterbildung gelegt.
3. Platz: Berliner Volksbank eG
Die Geldinstitut glänzt durch eine hohe Ausbildungsquote von acht Prozent. Die Übernahmequote liegt seit Jahren bei nahezu 100 Prozent und damit deutlich über dem Branchendurchschnitt. Beeindruckend ist die Zusammenarbeit mit Schulen: So haben Azubis an der Carl-von-Linné-Ganztagsschule behinderten Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Welt der Finanzen ermöglicht. Außerdem unterstützen die Azubis Bewerbertraining in Schulen. Seit einiger Zeit werden neue Auszubildende durch eine von älteren Azubis selbst organisierte Einführungswoche in der Berliner Volksbank begrüßt.
Ansprechpartner:
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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