Besser als nichts: Mangelhafter Kompromiss zum Tigerschutz / Verhandlungsmarathon auf der UN-Artenschutzkonferenz



Frankfurt / Doha (ots) – Die von der Europäischen Union
eingebrachte Tiger-Resolution ist auf der UN-Artenschutzkonferenz
CITES in ihrer ursprünglichen Version am Widerstand der
Tigerverbreitungsstaaten gescheitert. Trotzdem konnten sich die
Verhandlungsdelegationen doch noch auf einen Kompromissvorschlag
einigen. Demnach soll die grenzübergreifende Zusammenarbeit im Kampf
gegen Wilderei und Schmuggel mit Tigern verbessert werden. Außerdem
wurde angekündigt, eine internationale Tiger-Databank aufzubauen.
WWF-Experte Volker Homes, der die Verhandlungen vor Ort verfolgt,
bewertet den Kompromisslösung in einer ersten Stellungnahme mit den
schlichten Worten: “Besser als nichts!”

Der WWF kritisiert, dass zwei entscheidende Punkte im Kompromiss
fehlten. So werden die Tiger-Farmen, in denen in Ost- und Südostasien
tausende Tiger gehalten werden, im finalen Resolutionsentwurf noch
nicht einmal mehr erwähnt werden. Das wäre aber nach WWF-Einschätzung
dringend notwendig gewesen, um den Schutz des Tigers langfristig zu
sichern. “Der Tiger steht zwar auf Anhang I des Internationalen
Artenschutzabkommens, wodurch der internationale Handel verboten ist,
doch einzelne Staaten könnten jederzeit die im Moment noch
bestehenden nationalen Handelsverbot lockern”, warnt Volker Homes.
Vor allem in China gibt es einflussreiche Lobbygruppen, die aus
wirtschaftlichen Interessen eine Aufweichung herbeiführen wollen. So
haben Tigerfarm-Investoren eine Petition an die chinesische Regierung
gerichtet, die Knochen der mittlerweile etwa 6.000 gezüchteten Tiger
auf den chinesischen Markt bringen zu dürfen. Dies würde das seit
1993 geltende nationale Handelsverbot untergraben. Der WWF
befürchtet, dass dadurch die verheerende, illegale Jagd auf Tiger
weiter zunehmen könnte.

Pressekontakt:
WWF World Wide Fund For Nature
Roland Gramling
Telefon: 069/ 79 144 216
E-Mail: Roland.Gramling@wwf.de  

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