Bauprodukte für Heimwerker: Nicht von Schnäppchen verführen lassen / TÜV Rheinland: Beim Kauf von Baumaterial auf CE- und Ü-Kennzeichnung achten / Verarbeitungshinweise und Lagerbedingungen prüfen



Köln (ots) – Die Deutschen sind “Do-it-yourself” Weltmeister. Mit 18,4 Milliarden Euro geben sie beispielsweise doppelt so viel Geld für Baumaterial aus wie Engländer, berechnete 2010 der europäische Bauhandels-Verband. Aber bei der Auswahl der geeigneten Baustoffe lassen sie sich oft von günstigen Angeboten verführen. Nach Einschätzung der Fachleute von TÜV Rheinland finden Verbraucher durch einen scharfen Preiswettbewerb bei Bauprodukten viele Produkte, die nicht die erforderlichen Qualitätskriterien erfüllen. Das gilt etwa für Mauersteine, Fliesen oder Bindemittel wie Zement, Mörtel und Fliesenkleber.

Die Fachleute raten Heimwerkern, vor allem auf die CE-Kennzeichnung oder das so genannte Übereinstimmungszeichen mit dem “Ü” zu achten. Nur Produkte mit diesen Zeichen entsprechen in allen maßgeblichen Eigenschaften den Vorschriften und Unterliegen einer qualifizierten Kontrolle durch den Hersteller sowie anerkannte unabhängige Stellen. Wichtig: Im “Ü”-Zeichen erkennen Verbraucher auch, welche Prüforganisation die Herstellung regelmäßig überwacht. Die Kennzeichnungen müssen deutlich sichtbar auf dem Produkt oder der Verpackung angebracht sein und Angaben zum Hersteller, zur Produktbezeichnung und der Europäischen Norm (EN) enthalten.

Zunehmend sind für Verbraucher auch Prüfzeichen wichtig, die Umweltaspekte berücksichtigen oder für eine nachhaltige Herstellung stehen. So sind Produkte auf Schadstoffarmut geprüft, wenn sie das Toxproof-Zeichen von TÜV Rheinland führen. Dazu zählen beispielsweise Farben und Lacke, aber auch Putze. Speziell für Holz haben sich zudem Gütesiegel etabliert, die für eine umweltgerechte und sozial verträgliche Herstellung stehen. Am bekanntesten sind hierbei das FSC-Siegel des Forest Stewardship Council und das PEFC-Zeichen des Pan-European Forest Certification Council.

Vor dem Kauf sollten Verbraucher zudem die Produktinformationen und Verarbeitungshinweise der Hersteller zur Kenntnis nehmen. Auch die Lagerbedingungen beim Händler sind wichtig. Denn ungeeignete Lagerungsbedingungen können die zugesicherten Eigenschaften der Produkte unter Umständen einschränken. Die Lagerungsdauer können Heimwerker zum Beispiel anhand der Chargen-Kennzeichnung prüfen.

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