Frankfurt (ots) – Niedrigere Ausschüttungen erwartet / Allein 30
DAX-Konzerne schütten knapp 13 Prozent weniger aus / Fünf
DAX-Unternehmen dürften gar keine Dividende zahlen /
Durchschnittsverzinsung von 2,3 Prozent errechnet / Voraussichtlich
14 MDAX-Gesellschaften werden keine Ausschüttung vornehmen
Voraussichtlich fünf statt zwei DAX-Firmen werden diesmal die
Ausschüttung ganz ausfallen lassen: Bei Infineon sind Anleger schon
an Nullrunden gewöhnt. Zudem geht das Anlegermagazin ‘Börse Online’
davon aus, dass Salzgitter, Daimler und Lufthansa die Dividende
komplett streichen werden (Ausgabe 2/2010, EVT: 7. Januar). Die
Commerzbank hatte wegen der Inanspruchnahme des Rettungspakets der
Bundesregierung bereits für 2008 auf eine Ausschüttung verzichtet.
Gleiches gilt für das Geschäftsjahr 2009. Insgesamt dürften zehn
DAX-Konzerne ihre Dividende senken, bei 16 Mitgliedern des deutschen
Leitindex steht eine unveränderte Ausschüttung an. Immerhin bei vier
DAX-Unternehmen ist mit einer Erhöhung zu rechnen: Allianz, Deutsche
Bank, Fresenius und Fresenius Medical Care.
Große Abstriche müssen Dividendenfans bei der Rendite in Kauf
nehmen. Durchschnittlich bringt es eine DAX-Aktie derzeit gerade
einmal auf eine Verzinsung von 2,3 Prozent. Vor einem Jahr lag diese
Kennziffer noch bei rund fünf Prozent.
Gemessen an der Dividendenrendite rangiert die Deutsche Telekom im
DAX ganz oben. Aus der erwarteten Ausschüttung von 78 Cent je Aktie
errechnet sich eine Rendite von knapp 7,6 Prozent. Mit Werten von
jeweils gut fünf Prozent rangieren die beiden Versorgeraktien RWE und
E.ON mit einigem Abstand hinter der Telekom. Ebenfalls zu den
“Top-Zahlern” im DAX gehören die Allianz und die Deutsche Post mit
Renditen von jeweils rund 4,5 Prozent.
Im MDAX, dem Index für die mittelgroßen Firmen, steigt die Anzahl
der Unternehmen mit Dividendenausfall voraussichtlich von elf auf 14.
Insgesamt dürften 16 der 50 Indexmitglieder ihre Dividende kürzen, 28
den Vorjahresbetrag beibehalten und sechs Konzerne die Ausschüttung
erhöhen. Die größten Renditen sind im MDAX bei Gagfah (12,7 Prozent),
Hannover Rück (6,1 Prozent), Deutsche Euroshop (4,4 Prozent), Tognum
(4,3 Prozent) und Boss (4,1 Prozent) zu holen. In der Summe werden
die MDAX-Firmen voraussichtlich 2,05 Milliarden Euro ausschütten,
nach 2,13 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.
Im SDAX, wo besonders viele konjunktursensible Unternehmen
vertreten sind, ist der Einbruch der Dividendensumme um 28,2 Prozent
auf 516 Millionen Euro am größten. Bei nicht weniger als 20 der 50
Indexmitglieder ist ein Dividendenausfall zu erwarten. Insgesamt
rechnet ‘Börse Online’ bei 21 SDAX-Konzernen mit einer Kürzung der
Dividende, 25 Firmen dürften sie unverändert lassen und nur in vier
Fällen kommt es zu einer Anhebung. Größte Renditebringer sind hier
die Comdirect Bank (6,4 Prozent), Axel Springer (5,2 Prozent), Indus
Holding (5,0 Prozent), Gerry Weber (4,7 Prozent) und Bertrandt (4,5
Prozent).
Pressekontakt:
Helmut Kipp, Ressort Geld, G+J Wirtschaftsmedien
Tel.: 069/15 30 97 81
E-Mail: kipp.helmut@guj.de
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