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Hamburg/Wiesbaden (ots) – Stiftung Darmerkrankungen vergibt Ausbildungsstipendien in Höhe von 100.000 Euro. Gesundheitsunternehmen Abbott unterstützt das Programm für junge Erkrankte.
Die Stiftung Darmerkrankungen vergibt heute in Hamburg Ausbildungsstipendien an junge Menschen, die von der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) Morbus Crohn betroffen sind. Um die Fördermittel bewarben sich über 250 Patienten zwischen 18 und 35 Jahren mit ihrem konkreten Aus- oder Weiterbildungsvorhaben. Zwölf von ihnen überzeugten das Stiftungs-Kuratorium mit außergewöhnlichen Berufsplänen und viel Enthusiasmus und werden ein Jahr lang je mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Das Gesundheitsunternehmen Abbott stellt dafür insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung.
“Wir erleben eine stetige Zunahme von Morbus Crohn, vor allem in den industrialisierten Ländern”, sagt Prof. Dr. med. Bianca Wittig, Head of Medical Development Immunology von Abbott Deutschland und Professorin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. “Die lebenslange Krankheit tritt meist in jungen Jahren zwischen 15 und 25 zum ersten Mal auf und äußert sich in häufigen Durchfällen, Schmerzen und Koliken im Unterbauch, Fieber, Gewichtsverlust und einem Gefühl der Abgeschlagenheit”, so Wittig weiter. Morbus Crohn verläuft schubförmig: Beschwerdefreie Intervalle wechseln sich mit Phasen erhöhter Krankheitsaktivität ab. “Die Krankheit führt so immer wieder zu Auszeiten in Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf”, erläutert Stiftungsvorstand PD Dr. med. Tanja Kühbacher. Fehlzeiten treffen jedoch selten auf Verständnis beim Arbeitgeber oder im Unibetrieb. Hinzu kommt, dass im Umfeld zumeist kein Wissen zum Erkrankungshintergrund besteht und mit Unverständnis reagiert wird. “Dennoch lassen sich viele der jungen Betroffenen von der Krankheit nicht in die Ecke drängen. Sie legen erstaunlich viel Energie an den Tag. Diese beeindruckenden Menschen möchten wir bestärken und in ihrer Entwicklung unterstützen”, so Kühbacher über das Ziel des Ausbildungsstipendiums “Leben und Lernen mit Morbus Crohn”.
Anna Katharina Petersen ist eine der Stipendiaten: Die junge Hamburgerin lebt seit ihrem neunten Lebensjahr mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung: “Wichtig für mich ist: Ich leide nicht an Morbus Crohn, sondern ich lebe mit Morbus Crohn.” Aus ihrem Talent für Illustrationen heraus möchte sie später als Kommunikationsdesignerin arbeiten und plant ein Studium an einer Design-Hochschule. Das Stipendium ist für sie eine große Hilfe, da Menschen mit Morbus Crohn häufig durch die Raster von Behördenvorgaben wie BAföG oder Befreiung von Gebühren fallen, weil die Krankheit und ihre Folgeerscheinungen wenig bekannt sind. “Mit dem Stipendium kann ich an einer Hochschule studieren, die kleinere Arbeitsgruppen und individuellere Betreuung bietet”, freut sich Petersen. “Weniger Stress im Studium wird sich positiv auf meinen Gesundheitszustand auswirken.”
Ein anderes Beispiel ist der Österreicher René Leutgeb. Nach seiner Lehre zum Produktionstechniker konnte er den Beruf nicht ausüben, da der ständige Schichtwechsel Schübe auslöste. Er machte eine Ausbildung zum Kommunikationstechniker und möchte sich nun weiter spezialisieren. “Ich weiß, dass ich bei Arbeitgebern umso mehr punkten kann, je höhere Qualifikationen ich vorweise. Dann tritt für sie auch meine Erkrankung in den Hintergrund”, stellt er sachlich fest. Mit dem Fördergeld möchte er ein Jahr lang IT-Kurse belegen und anschließend neu durchstarten. Beide Geschichten sind charakteristisch für den alltäglichen Kampf mit Morbus Crohn. “Wir wollen jungen Menschen mit Morbus Crohn helfen, auch mit der Erkrankung und der dadurch veränderten Lebenssituation ihre berufliche Zukunft nach ihren Wünschen zu gestalten”, so Wittig über das Engagement des Gesundheitsunternehmens.
Neben der Förderung engagiert sich die Stiftung Darmerkrankungen auch in der Ursachenforschung und kooperiert eng mit zwei öffentlich geförderten Forschungsverbünden: dem “Exzellenzcluster Entzündungsforschung” und dem “Kompetenznetz Darmerkrankungen”. Denn Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind verhältnismäßig “junge”, sich zunehmend ausbreitende Krankheiten. Die Forschung darüber, wie sie sich genau entwickeln, steckt noch in ihren Anfängen. Prof. Dr. med. Stefan Schreiber, Gastroenterologe am Universitätsklinikum Kiel und Sprecher des Exzellenzcluster Entzündungsforschung, erklärt wie das Immunsystem geradezu aus dem Tritt gerät. Er verweist auf die große Rolle der molekulargenetischen Erkenntnisse: “Wir haben immerhin einige Gene entschlüsseln können, die mit den Krankheiten in Zusammenhang stehen. Doch mit den Genen alleine lässt sich die Ausbreitung nicht erklären. Die Ursachen sind vererblich, bedürfen jedoch einer Auslösung von außen. Dabei spielen unsere sich stark veränderten Lebensgewohnheiten sowie Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle”, so Schreiber weiter.
Über die Stiftung Darmerkrankungen
Die Stiftung Darmerkrankungen wurde 2007 von renommierten, auf CED spezialisierten Fachärzten und Forschern gegründet. Die allgemeinnützige Organisation fördert an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa erkrankte junge Menschen in ihrer Aus- und Weiterbildung durch die Vergabe von Stipendien. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Ursachenforschung sowie die Entwicklung innovativer Therapien auf dem Gebiet der CED. Öffentlichkeitswirksame Kampagnen sollen das Verständnis und die Kenntnisse zu CED erhöhen. Die Stiftungsziele werden mithilfe der Unterstützung von Großspendern für einzelne Förderprogramme umgesetzt.
Mehr zur Stiftung Darmerkrankungen lesen Sie im Internet unter www.stiftung-darmerkrankungen.de .
Über Abbott
Abbott ist ein breit aufgestelltes, weltweit tätiges Gesundheitsunternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arzneimitteln und medizinischen Produkten einschließlich Ernährung, Medizintechnik und Diagnostika konzentriert. Das Unternehmen beschäftigt fast 90.000 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte in mehr als 130 Ländern. In Deutschland ist Abbott mit etwa 5.000 Mitarbeitern an seinem Hauptsitz in Wiesbaden sowie den Standorten in Ludwigshafen, Wetzlar, Rangendingen, Ettlingen, Hannover und Neustadt am Rübenberge vertreten.
Mehr zu Abbott finden Sie im Internet unter www.abbott.de und www.abbott.com .
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F.: 06122 – 58-1220
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65205 Wiesbaden
Stiftung Darmerkrankungen
Julia Unold
T.: 0431 – 597-3630
F.: 0431 -597-1887
julia.unold@stiftung-darmerkrankungen.de
c/o Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Institut für Klinische Molekularbiologie
Niemannsweg 13-17 (Haus 3)
24105 Kiel
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