(pressebox) Nürnberg, 13.10.2009,
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich in der Ortenau bis zum Ende des Berufsberatungsjahres (vom 1.10.2008 bis 30.09.2009) trotz der Wirtschaftskrise positiv entwickelt. 2.812 Jugendliche (2007/2008: 3.143) suchten über die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Offenburg eine Ausbildungsstelle. Das Arbeitgeberservice-Team der Arbeitsagentur akquirierte bei den Betrieben und Verwaltungen 2.689 Ausbildungsplätze (2007/2008: 2.713). Die größte Nachfrage war in der Metall-Branche.
Die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsstellen im Ortenaukreis liegt mit 20 um 42,9 Prozent (minus 15 Stellen) niedriger als im Vorjahr. Freie Ausbildungsplätze gibt es noch im Bereich der Versicherungskaufleute, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in einigen handwerklichen Berufen.
Die Zahl der Jugendlichen, die für das bereits begonnene Ausbildungsjahr noch eine Lehrstelle oder Alternative suchen, ist gegenüber dem Vorjahr kleiner geworden. Nur 21 Berufsanfänger, und damit 16 weniger als im Vorjahr, sind zum Ende des Beratungsjahres 2008/2009 noch unversorgt, das sind 43,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Agentur für Arbeit Offenburg hat im Vergleich zum Vorjahr im Bereich der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und überbetrieblichen Ausbildungen kurzfristig 41 Plätze zusätzlich geschaffen um Jugendlichen eine Ausbildungschance zu ermöglichen.
"Die Berufsberatung der Arbeitsagentur Offenburg lädt alle unversorgten Bewerber bis Ende Oktober 2009 zu einer Nachvermittlungsaktion ein", sagt Bärbel Höltzen-Schoh, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agenturen für Arbeit Offenburg / Freiburg: "Diesen jungen Leuten haben jetzt unsere ganze Aufmerksamkeit. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt, die 21 Bewerberinnen und Bewerber mit einer Ausbildungsstelle oder einer berufsvorbereitenden Maßnahme zu versorgen.
Ganz besonders freue ich mich darüber, dass die Zahl der so genannten Altbewerber so deutlich zurückgegangen ist. Das zeigt, dass die Anstrengungen der Institutionen und der Betriebe, die sich an den Programmen für diese Zielgruppe beteiligen, erfolgreich waren. Den Berufsanfängern wünsche ich einen guten Start in die Ausbildung."
Die Wunschberufe der Jugendlichen haben sich im Vergleich zu den letzten Jahren kaum geändert. Am stärksten nachgefragt ist der Beruf des Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel (275), Industriekaufmann/Industriekauffrau (198), Industriemechaniker/Industriemechanikerin (164), Bürokaufmann/Bürokauffrau (148), Verkäufer/Verkäuferin (126), Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte (121), Friseur/Friseurin (91), Kraftfahrzeugmechatroniker/Kraftfahrzeugmechatronikerin (69), Teilezurichter/Teilezurichterin (56), Koch/Köchin (49).
Die Top 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen sind Industriemechaniker/Industriemechanikerin (211), Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel (147), Industriekaufmann/Industriekauffrau (112), Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel (92), Koch/Köchin (82), Bürokauffrau/Bürokaufmann (79), Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau (69), Werkzeugmechaniker/Werkzeugmechanikerin (60), Verkäufer/Verkäuferin (60), Konstruktionsmechaniker/Konstruktionsmechanikerin (52).
Ausblick 2010
‘Wie kann ich meine Chancen für einen Ausbildungsplatz verbessern?’
Bärbel Höltzen-Schoh: "Diese Frage wird den Berufsberatern täglich mehrfach gestellt. Der Schlüssel dazu liegt in der persönlichen Vorbereitung. Entscheidend ist, frühzeitig die Weichen zu stellen. Hier haben sich neben der Berufsberatung die Projekte bewährt, die in diesem Zusammenhang in der Ortenau durch die Arbeitsagentur gefördert werden: Für die Haupt- und Realschulen sind das die ‘Bildungskooperation Lahr’, die ‘Praxiswerkstatt’ und das Projekt ‘Erfolgreich in Ausbildung’. Für die Förderschulen werden die ‘Praxistage’ veranstaltet, für Gymnasien und Realschulen der ‘Berufsnavigator’ und schließlich das Offenburger Projekt ‘School goes Business’ für Realschule, Gymnasium und Waldorfschule. Diese Projekte haben alle eines gemeinsam: Sie bieten den künftigen Berufsanfängern einen umfassenden Einblick in den Alltag der Berufswelt und ermöglichen bereits früh einen Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern. Aber auch die berufsfördernden Maßnahmen wie beispielsweise die Einstiegsqualifizierung tragen einen erheblichen Anteil an der Orientierung Jugendlicher für den späteren Beruf.
Für einen umfassenden Einblick in die Welt rund um die Berufe empfehle ich die Berufsinfomesse auf dem Offenburger Messegelände am 16. und 17. April 2010. Diese Messe ist die größte dieser Art in Süddeutschland.
Was allerdings keine Institution und kein Außenstehender vermitteln kann, ist die persönliche Einstellung: Je flexibler und aufgeschlossener sich ein Jugendlicher gegenüber beruflichen Alternativen zeigt, desto größer sind auch im Jahr 2010 seine Chancen für einen Ausbildungsplatz."
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