Mainz (ots) – Das ist schon ein ziemlich starkes Stück, das in
Dublin, Frankfurt und auf dem Hahn in den vergangenen Wochen
aufgeführt worden ist. Da pocht die Mutter des defizitären Flughafens
Hahn, die Fraport AG, auf die Einführung einer Passagiergebühr, des
so genannten Hahn-Talers in Höhe von drei Euro. Und der irische
Billigflieger Ryanair reagiert darauf mit der Drohung, Flugzeuge vom
Airport abzuziehen. Wohl gemerkt: Bei dem Hahn-Taler hätte es sich um
eine Gebühr für Flugreisende gehandelt, die diese sicherlich
verkraftet hätten. Doch offenbar wollte Ryanair um nahezu jeden Preis
einen Präzedenzfall vermeiden. Das Schreckensszenario hat gewirkt:
Der Hahn-Taler kommt nicht, stattdessen will das Land Rheinland-Pfalz
offenbar die Flughafen-Anteile von der Fraport übernehmen. Um mit den
Worten von Verkehrsminister Hering zu sprechen: Das Land hat die
Reißleine gezogen. Man könnte aber auch sagen: Es hat sich erpressen
lassen. Wer die Zeche für dieses Bubenstück zahlt, steht bereits
fest: Es ist wieder einmal der Steuerzahler. Denn mit den Anteilen
der Fraport würde Rheinland-Pfalz die Pflicht übernehmen, das Defizit
an dem früheren US-Fliegerhorst auszugleichen. Auch das Projekt
Terminalerweiterung würde dann in Landesregie erledigt werden müssen
und so zu weiteren Kosten für den Staat führen. Immerhin werden damit
mehrere Tausend Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region
gesichert. Dem Mainzer Verkehrsminister Hering kann man sicher nicht
vorwerfen, er tue nicht alles, um die Jobs im Hunsrück zu halten.
Dennoch wirft es kein gutes Licht auf ihn, wenn unter seiner Ägide
der Hahn-Taler erst groß verkündet, das Projekt dann aber rasch
fallen gelassen wird, nur weil das Land unter Druck gerät. Was
bleibt, ist der Eindruck, dass der Intimus von Kurt Beck offenbar der
schlechtere Pokerspieler ist – zu Lasten des Steuerzahlers.
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