Mainz (ots) – 40 Prozent der Iraner leben unterhalb der
Armutsgrenze, die Inflationsrate steht bei 30 Prozent, zugleich ist
das Land der viertgrößte Erdölproduzent der Welt. Trotzdem ist die
islamische Republik Iran gestern 30 Jahre alt geworden, trotzdem
schafft es das militant islamistische Regime, Millionen für
Jubelfeiern auf die Straßen zu holen und sie “Nieder mit den USA und
Israel” schreien zu lassen. An diesem Beispiel zeigt sich erneut,
dass die Isolierung eines Landes kein Ersatz für aktive politische
Auseinandersetzung ist, vor allem, wenn reichlich ökonomische Kraft
vorhanden ist, Sanktionen zu unterlaufen. Im Fall des Iran kommt
hinzu, dass das Land mit die Beseitigung des Regimes von Saddam
Hussein im Irak ohne eigene Kraftanstrengung zur regionalen
Hegemonialmacht aufstieg. Die Konzentration der USA auf die
Beseitigung des Bösewichts in Bagdad führte dazu, dass man den
anderen Bösewicht schlicht übersah und dieser – zu Lasten des
Wohlergehens der eigenen Menschen – seine Einnahmen aus dem Verkauf
des Erdöls nutzen kann, um sich mit Nukleartechnologie einzudecken.
Dass Amerikas neuer Präsident den Kreislauf aus Drohungen,
Gegendrohungen und einer erfolglosen Politik der Isolation
durchbrechen will, ist folgerichtig. Natürlich könnten die USA und
wohl auch Israel Teherans Nuklearpläne in Grund und Boden bomben.
Doch damit träfe man auch die vielen Millionen, die den von Khomeini
geschaffenen Gottesstaat gründlich satt haben und die keineswegs
hinter dem Kriegsgeschrei eines Mahmud Ahmadinedschad stehen. Ihnen
muss die Chance gegeben werden, den Wandel mit dem Wahlzettel zu
erzwingen. Sollen sie im Juni Erfolg haben, muss die Welt den Iranern
eine attraktive Alternative zu den vergangenen 30 Jahren bieten.
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