Sankt Petersburg (ots) – “Das künftige Baltische AKW wird mit dem geplanten AKW in Polen konkurrieren, wenn eine Energiebrücke zwischen dem Kaliningrader Gebiet und Polen entsteht”, meint Tomasz Chmal, ein Experte für Energiefragen am polnischen Sobieski-Institut.
“Für mich ist die Situation eindeutig: Entweder wird ein AKW in Polen oder im Kaliningrader Gebiet gebaut”, so Chmal. Der Experte sieht soweit keine Gründe dafür, dass Polen den Marktzugang für östliche Exporteure “vereinfachen” müsste, wenn man über den künftigen Energietransit durch dieses Land vom Baltischen AKW nach Westeuropa spricht.
“Die Russen haben schon gezeigt, dass sie Polen als Transitland betrachten, indem sie alternative Lieferwege für Kohlenwasserstoffe nach Westeuropa organisieren”, sagte Tomasz Chmal, wobei er den Bau der Nord-Stream-Pipeline andeutete.
Zugleich merkt der Experte des Sobieski-Instituts an, dass im Land beim heutigen Wachstumstempo der polnischen Wirtschaft schon nach 2013 ein akuter Energiemangel entstehen könnte, insbesondere im Kontext der Stilllegung aller Atomkraftwerke in Deutschland. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass Polen fehlende Kapazitäten eben auf dem russischen Markt ergänzen wird.
Die gemeinnützige Partnerschaft “RBMC” führt eine Untersuchung zu den Perspektiven der Atomenergie im Ostseeraum durch. Einer der Analysebereiche besteht aus ausgewählten Meinungsbeiträgen von Politikern, Unternehmern und Energieexperten.
Rückfragehinweis: Denis Pleshchenko 10-line V.O. 3, Sankt Petersburg, 197110 Tel.: 007 911 985 6237 e-mail: dp@cirp.ru
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