Hamburg (ots) – Silicon Sensor (ISIN: DE0007201907 / WKN: 720190)
zählt zu den weltweit führenden Herstellern von optischen
Präzisions-Sensoren. Im Interview mit a|m spricht der
Vorstandsvorsitzende Dr. Hans-Georg Giering über die Aussichten für
2010 und die Übernahme von FST.
a|m: Guten Tag, Herr Giering. Seit unserem letzten Interview hat
sich die Lage bei Silicon Sensor aufgehellt. Umsatz- und
ergebnisseitig haben Sie seit Herbst den Turnaround vollzogen. Kann
man das Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres als Referenz
für die zukünftige Geschäftsentwicklung heranziehen?
Hans-Georg Giering: Ja, wenn auch mit der Einschränkung, dass wir
nicht Quartal für Quartal identische Ergebnisse erzielen werden. Wir
haben die positiven Entwicklungen im vierten Quartal bereits im
Sommer 2009 vorhergesagt. Jetzt prognostizieren wir ein deutliches
und profitables Wachstum für die nächsten Jahre. Ich bin überzeugt,
dass wir dieses aus heutiger Sicht erreichen werden. Voraussetzung
dafür ist aber sicher auch, dass die latente Krise des Finanzsektors
nicht wieder zu Verwerfungen des Gesamtmarktes führt.
a|m: Nach zwei erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhungen haben
Sie nun Ihren Konkurrenten FST übernommen. Die FST ist ein Spezialist
im Bereich der Drucksensoren. Die Silicon Sensor hat Ihren Fokus auf
optische Sensoren. Wie passt das zusammen?
Hans-Georg Giering: Der Fokus von Silicon Sensor liegt seit ihrer
Neuausrichtung Anfang 2009 auf der Entwicklung und Herstellung
qualitativ hochwertiger Sensoren auf Halbleiterbasis. Dabei
konzentrieren wir uns sowohl auf optische als auch auf MEMS Sensoren
(MEMS: Mikro Elektro Mechanische Systeme). Letztere schließen auch
Drucksensoren ein. Bereits Mitte 2009 haben wir einen bedeutenden
Großauftrag zur Lieferung von Drucksensoren erhalten. Insofern lag es
nahe, sich durch die Akquisition der FST die notwendige
Fertigungstiefe zu sichern.
a|m: Sind durch die Übernahme Synergien zu heben und wenn ja, wie
stark wird sich dieser Effekt auf Ihr Ergebnis auswirken?
Hans-Georg Giering: Die Akquisition der FST bietet mehr Synergien
als auf den ersten Blick sichtbar sind. Beispielhaft seien nur die
bessere Auslastung unseres neuen Standortes in Berlin und die
Verstärkung mit erfahrenen und kompetenten Mitarbeitern genannt. Die
Hebung aller Synergien werden wir mit aller Kraft vorantreiben, ohne
dabei zu unterschätzen, dass dieser Prozess einige Zeit in Anspruch
nehmen wird. Für die Benennung einer konkreten Ergebnisverbesserung
ist es jetzt noch etwas zu früh.
a|m: Seit Ende letzten Jahres haben Sie mit Daniel Hopp einen
neuen Großaktionär, der auch bei Augusta investiert ist. Das
Unternehmen hat seinen Fokus auf Drucksensoren. Durch die Übernahme
der FST stoßen Sie in genau dieses Geschäftsfeld vor. Entsteht
dadurch nicht Konfliktpotential?
Hans-Georg Giering: Ganz im Gegenteil, das Verhältnis zu
Tochterfirmen der Augusta ist gut, gerade weil auch Kunden der FST
darunter sind. Aber auch in anderen Bereichen gibt es eine
langjährige gute Zusammenarbeit.
a|m: Einige Marktteilnehmer spekulieren über einen Zusammenschluss
beider Gesellschaften. Wie wahrscheinlich ist ein solches Szenario?
Hans-Georg Giering: Zu den Zielen seiner Investments sollten Sie
Herrn Hopp selbst befragen.
a|m: Bedingt durch die Akquisition der FST und das verbesserte
Geschäftsklima konnten Sie die Prognosen für 2010 anheben. Es gibt
Marktteilnehmer die glauben, dass auch die neue Guidance übertroffen
wird. Ist das realistisch bzw. was sind die Voraussetzungen hierfür?
Hans-Georg Giering: Unsere Prognosen sind bekanntermaßen
konservativ. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Umsatzsteigerung
von 20 % und der Rückkehr zu zweistelligen EBIT-Margen haben wir uns
durchaus anspruchsvolle Ziele gesteckt. Wenn wir diese überbieten
sollten, umso besser. Voraussetzung dafür ist ein sich weiter
stabilisierendes Geschäftsklima und nicht zuletzt der Geschäftserfolg
unserer Kunden.
a|m: Herr Giering, wir bedanken uns bei Ihnen für das Gespräch.
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