Hamburg (ots) – Die Halloren Schokoladenfabrik AG (ISIN: DE000A0LR5T0 / WKN: A0LR5T) ist Deutschlands älteste Schokoladenfabrik. Das Unternehmen ist seit 2007 börsennotiert. Im Interview mit a|m spricht der Vorstandsvorsitzende Klaus Lellé über den volatilen Kakaumarkt und die zukünftige Wachstumsstrategie des Unternehmens.
a|m: Herr Lellé, am 24. Juni halten Sie in Halle a. d. Saale Ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Werden Sie dort überwiegend zufriedene Aktionäre begrüßen dürfen?
Klaus Lellé: Ich glaube schon. Wir hatten mit 2009 im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen ein gutes Geschäftsjahr. Die Umsätze sind im Konzern auf knapp 53 Mio. Euro gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von rund 38 % gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA stieg von 5,23 Mio. Euro auf 6,03 Mio. Euro. Unsere Vorhersagen im letzten Frühjahr wurden somit bestätigt. Darüber hinaus schlagen wir eine Dividende von 0.30 Euro pro Aktie aus. Im ersten Quartal 2010 konnten wir wieder gegen den allgemeinen Trend zweistellig zulegen; da sollten die Aktionäre mit dem Geschäftsverlauf und dem Unternehmen eigentlich zufrieden sein.
a|m: Exportabhängige Unternehmen profitieren derzeit von der Euro-Krise. Ihnen dürfte die schwächelnde EU-Währung jedoch Bauchschmerzen bereiten – schließlich verteuert sich der Preis für den Rohstoff Kakao erheblich. Welchen Einfluss hat dies auf das Ergebnis der Halloren Schokolandefabrik AG?
Klaus Lellé: Sie haben Recht. Die Rohstoffverteuerung für Kakao geht natürlich auch nicht an Halloren vorbei. Jedoch ist es im Hause Halloren Usus, dass wenn man Preise und Mengen gegenüber dem Handel auf der Verkaufsseite garantiert, dass man auf der anderen Seite auch eingedeckt ist. Das heißt konkret, wir haben Schokoladenkontrakte bis Ende dieses Geschäftsjahres. In 2010 brennt somit nichts an. Wenn wir jedoch Ende des Jahres in die Preisverhandlungen für 2011 gehen, dann scheinen momentan Preisanpassungen nach oben unumgänglich.
a|m: Der drastische Preisanstieg des Rohstoffs Kakao ist jedoch nicht allein auf die Euro-Schwäche zurückzuführen – auch Spekulanten haben einen erheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung. Wie problematisch wäre es für Halloren, sollten die Preise weiter zulegen?
Klaus Lellé: Sollten die Rohstoffpreise weiter steigen, dann muss sich der Verbraucher mittelfristig auf höhere Preise für Schokoladenprodukte einstellen, denn hier ist nicht nur Halloren sondern natürlich die ganze Schokoladenindustrie betroffen.
a|m: In der Vergangenheit haben Sie aktiv an der Marktkonsolidierung im Bereich der Schokoladen-Manufakturen teilgenommen. Was sind die Kriterien für eine Übernahme?
Klaus Lellé: Diese sind eigentlich ganz einfach. Die Unternehmen müssen zu uns passen. Das heißt, wir haben in der Vergangenheit Unternehmen gesucht, die a) in unsere Kernkompetenz hineinpassen – die Herstellung und der Vertrieb von Schokoladenwaren, im Speziellen von Pralinen- und b) entweder unser Sortiment ergänzen, erweitern oder eine interessante Marke mitbringen um noch schneller wachsen zu können.
a|m: Werden Sie mittelfristig weitere Unternehmen übernehmen?
Klaus Lellé: Ja, wir sind aktiv auf der Suche und verhandeln aktuell mit mehreren Zielunternehmen im deutschsprachigem Raum.
a|m: Die Halloren Schokoladenfabrik AG ist mit ihren Produkten bisher überwiegend in Deutschland vertreten – durch die Übernahme von Delitzsch konnte der Auslandsanteil deutlich gesteigert werden. Wie hoch ist der Umsatz, den Sie außerhalb Deutschlands erzielen?
Klaus Lellé: Wir haben zurzeit im Konzern einen Exportanteil von rund 20 % im Konzern. Jedoch haben wir uns besonders im Exportgeschäft besonders ehrgeizige Ziele gesetzt: Wir wollen in diesem Bereich in den nächsten Jahren weiter zweistellig wachsen.
a|m: Werden Sie auch zukünftig die Erschließung von Auslandsmärkten über Zukäufe vollziehen?
Klaus Lellé: Nein, dies ist nicht unser vordergründiges Ziel. Wir haben in den letzten Monaten und Jahren sehr gute Beziehungen zu Importeuren aufgebaut und wachsen mit Ihnen. Ein weiteres Wachstum aus den Auslandsmärkten ergibt sich daraus, dass wir mit den deutschen Discountern, die international tätig sind, auch in diesen Märkten wachsen.
a|m: Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz um rund 8% steigen, das Ergebnis vor Steuern aber lediglich das Vorjahresniveau erreichen (Anm. d. Red. EBT 2009: ca. 2,5 Mio. Euro). Wann werden Sie auch ergebnisseitig wieder wachsen können?
Klaus Lellé: Wir haben in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass sich die Anleger auf die Aussagen des Vorstandes verlassen können. Deshalb finden wir es in Anbetracht der wirtschaftlichen Situation sehr mutig überhaupt eine Prognose abzugeben- und ich darf hier nur die allgemeinen Staatsverschuldungen, die Volatilität der Rohstoffmärkte, im Besonderen am Kakaomarkt nennen, die mir Sorgen bereiten. Wenn wir das genannte Ziel in diesem schwierigen Umfeld erreichen, dann können wir schon zufrieden sein. Jedoch können Sie gewiss sein: Meine Vorstandskollegen und ich werden uns zusammen mit unserem Team mit ganzer Kraft für Halloren einsetzen und alle vorhandene Chancen nutzen um noch erfolgreicher zu sein um einen Mehrwert für unsere Handelspartner, Kunden und Aktionäre zu schaffen.
a|m: Herr Lellé, wir bedanken uns bei Ihnen für das interessante Interview.
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