Berlin (ots) – Nach dem Beschluss des CDU-Parteitages zur Einführung von Lohnuntergrenzen zeigt sich die FDP verhandlungsbereit. In der SWR-Talkshow “2+Leif” sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Lindner, am Montagabend: “Ich glaube, dass wir uns auf der Grundlage – das sage ich jetzt als wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion – zu einer vernünftigen Lösung der ganzen Geschichte kommen können. Es gibt keinen in der FDP-Bundestagsfraktion, der es irgendwie anständig findet, dass jemand für drei, vier Euro arbeitet.” Mit Blick auf die vom CDU-Parteitag beschlossene Differenzierung der Lohnuntergrenzen nach Region und Branche fügte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im SWR hinzu: “Ich glaube, wie die CDU das jetzt weiterentwickelt, geht es in eine vernünftige Richtung, über die man sich unterhalten kann – in Hinsicht auf differenziert nach Branche und Region.”
Ebenfalls in “2+Leif” kritisierte der zweite Vorsitzende der IG-Metall, Detlef Wetzel, den CDU-Beschluss scharf: “Das ist ein Placebo-Instrument, genau wie die CDU alles was dieses Thema angeht im Sinne von Placebo organisiert: Als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet.” Zum Vorhaben der CDU die Lohnuntergrenzen durch die Tarifparteien festlegen zu lassen sagte Wetzel im SWR: “Das ist ein solcher Unsinn. Wir haben das doch schon bei den Lohnuntergrenzenkommissionen und den Allgemeinverbindlichkeitskommisionen erlebt. Da sitzen die Gewerkschaften und sagen 8,50 Euro. Die Arbeitgeber sagen 5,50 Euro. Und dann? Soll da gewürfelt werden? Wer entscheidet was letztendlich passiert?”
In “2+Leif” bezweifelte Wetzel die Wirksamkeit des CDU-Beschlusses: “Nach diesem faulen Kompromiss, der heute verabschiedet worden ist, wird es nichts bringen, es wird keinen Fortschritt bringen für die Menschen. Auch weiterhin werden ganz viele Menschen in Deutschland von ihrer Arbeit nicht leben können.”
Nicht zur Veröffentlichung:
Die Nachricht wurde vorab, nach Aufzeichnung der Sendung verbreitet. “2+Leif” wird am Montagabend um 23 Uhr im SWR-Fernsehen ausgestrahlt
Peter Bergmann
verantw. Redakteur SWR Fernsehen 0173-6168655
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