Xing AG verweigert seinen Nutzern den vollen Zugriff auf die eigenen persönlichen Daten – doch wem gehören diese?
Die Xing AG folgt dem Beispiel manch unbeliebten Wettbewerbers und schränkt die Freiheit seiner Nutzer ein. Dabei demonstrieren US-amerikanische Vorbilder, dass ein wichtiger aktueller Trend für Soziale Netzwerke darin besteht, Nutzer nicht abzuschirmen und einzuschränken, sondern ihnen Offenheit und Flexibilität zu bieten.
Fellowweb.de – ein soziales Netzwerk, das Jugendliche bei der Berufs- und Studienwahl unterstützt – reagierte kürzlich auf vielfache Anfragen seiner Nutzer und bot diesen die Möglichkeit, per Mausklick ihre bereits bei Xing hinterlegten Datensätze einfach und bequem ins Fellowweb.de zu übertragen. Mit folgendem Zweck: Berufstätige „spenden“ ihr Berufsprofil und dienen somit jungen Erwachsenen als Vorbild und wichtige Entscheidungshilfe bei der Wahl des geeigneten Bildungs- und Berufswegs. Die neue, nutzerfreundliche Importfunktion stellt dabei eine erhebliche Erleichterung der „Berufsprofilspende“ dar. Der Datenimport selbst ist dabei in jeder Hinsicht genauso sicher, wie das Aufrufen der Website von Xing selbst. Bevor der Nutzer auf seine persönlichen Daten zugreift, muss er sich wie gewohnt bei Xing AG anmelden.
Xing selbst ist da anderer Ansicht und boykottiert nach nur zwei Tagen diesen Fortschritt – die Server von Fellowweb.de wurden kurzerhand auf die „Blacklist“ gesetzt. Somit wird es den Xing-Mitgliedern unmöglich gemacht, selektiv persönliche Daten in ihr Fellowweb-Profil zu übertragen. Hier stellt sich die wichtige Grundsatzfrage, ob ein Nutzer nicht frei über seine Daten verfügen sollte. Insbesondere wo die Xing AG das Prinzip verfolgt, dass der Nutzer zu jeder Zeit selbst den Grad seiner Privatsphäre bestimmt.
„Was hat die Xing AG von einem sozialen Netzwerk wie Fellowweb.de zu befürchten?“ Eine berechtigte Frage, die sich die Gründer von Fellowweb stellen. „Fellowweb.de sieht sich selbst vielmehr als eine Art ‚Xing für Jugendliche’‚ und somit in keiner Weise im Wettbewerb zu der Xing AG. Wir sind ein kostenloses Netzwerk, dass sich mit einem wesentlichen Zweck an Berufstätige richtet – nämlich mit dem Aufruf, die Orientierungslosigkeit und somit auch die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen zu bekämpfen.“
Was ist neu an Fellowweb.de?
Ein Suchalgorithmus vergleicht das vom Nutzer auf der Plattform hinterlegte Profil mit den Profilen aller anderen Nutzer. Diejenigen, die die meisten Gemeinsamkeiten haben, werden als sog. „Fellows“ identifiziert. Die Gemeinsamkeiten basieren auf den selbst eingegebenen beruflichen und freizeitbezogenen Vorlieben. Zudem kann der einzelne Nutzer sich von befreundeten Plattformnutzern in Bezug auf seine persönlichen Stärken und Schwächen bewerten lassen. Hierdurch erhält er eine objektive Einschätzung seiner Persönlichkeit, die auf Wunsch in sein Nutzerprofil einfließt und bei der Suche nach seinen Fellows berücksichtigt wird.
Ein Blick in die Profile der Fellows genügt, um festzustellen, welchen Bildungsweg diese gegangen sind und wie zufrieden sie mit ihrer Entscheidung sind. In der Eigenschaft als Fellow nimmt jeder Nutzer eine wichtige Vorbildfunktion ein. Berufstätige, die Ihr Profil auf Fellowweb.de „spenden“ erhalten eine besondere Anerkennung und können auf Wunsch eine Mentorenfunktion für Jugendliche übernehmen.
Informationen über Fellowweb GmbH
Die im April 2007 gegründete Fellowweb GmbH ist die Betreibergesellschaft der Internetplattform Fellowweb.de. Die Gründer Florian Bell und Jasmin Hrnjic haben kürzlich ihr BWL-Diplom bzw. Master-Studium an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar abgeschlossen. Weitere Mitgründerin ist die Designerin Klaudia Buggenthin, die ein Studium an der AMD in Hamburg absolviert hat.
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Xing sperrt Fellowweb aus!
