Datenschutz bei sozialen Netzwerken: Gravierende Mängel bei Facebook, Stayfriends und Co.
Alle getesteten sozialen Netzwerke haben Mängel beim Datenschutz und der Datensicherheit, bei acht von zehn sind es „deutliche“ oder „erhebliche“ Mängel. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der April-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, nachdem sie untersucht hat, wie soziale Netzwerke mit den privaten Daten ihrer Mitglieder umgehen. Erstmals haben sich die Tester dabei als Hacker betätigt – allerdings mit Erlaubnis.
Die großen amerikanischen Netzwerke haben beim Datenschutz am schlechtesten abgeschnitten. Facebook, Myspace und Linkedin schränken die Rechte der Nutzer ein, räumen sich selbst aber weitreichende eigene ein, vor allem die Weitergabe der privaten Daten an Dritte. Bei Facebook heißt es: „Du gibst uns eine weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest“. IP-Inhalte sind das geistige Eigentum z.B. an Texten und Bildern. Myspace verwendet über 20 unwirksame Klauseln. Darin räumt sich der Anbieter auf geradezu unverschämte Art Rechte an den Nutzerdaten ein. Positive Beispiele sind die Netzwerke studiVZ und schülerVZ, die dem Nutzer Einflussmöglichkeiten auf die Verwendung seiner Daten bieten und sie kaum an Dritte weitergeben.
Auch um die Datensicherheit ist es oft schlecht bestellt. Bei einigen Netzwerken hat es nur wenige Tage gedauert, bis die Stiftungsmitarbeiter mit relativ einfachen Mitteln jedes beliebige Nutzerkonto übernehmen und auf die gespeicherten Daten zugreifen konnten.
Selbst wer auf seine Privatsphäre achtet, kann schnell ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Seit Dezember 2009 sind die Datenschutzeinstellungen von Facebook so geändert, dass etliche Profildaten, beispielsweise Name, Nutzerfoto und die Mitgliedschaft in Gruppen – bis dahin nur für Freunde sichtbar – nun öffentlich sind. Wer das nicht möchte, muss sehr umständlich die Einstellungsmöglichkeit suchen und ändern.
Der ausführliche Test ist in der April-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/netzwerke veröffentlicht.
Einfach- und Seniorenhandys: Nur ein „Gutes“
Nur ein Handy für Senioren überzeugte mit einem „guten“ Display und einer einfachen Menüführung. Es ist das beste Handy im Test, das sich sowohl für Menschen mit Seh- und Hörschwäche als auch für Personen mit Motorikschwäche eignet. Auch Textnachrichten lassen sich damit bequem schreiben. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einer Untersuchung von 15 Einfach- und Seniorenhandys. Die anderen geprüften Produkte erhielten ein „befriedigendes“ oder „ausreichendes“ Qualitätsurteil.
Alle Seniorenhandys verzichten auf eine Kamera, sie beschränken sich auf die Funktionen des mobilen Telefonierens. Mit einer Ausnahme können alle SMS versenden und empfangen. Fünf Seniorenhandys warten mit einem Farbdisplay auf, alle anderen haben nur ein einfarbiges Display. Unterschiede gibt es auch bei den Symbolen auf dem Bildschirm. Im Vergleich zu herkömmlichen Handys sind die Ziffern viel größer. Die übrige Ausstattung ist zugunsten der einfachen Bedienbarkeit sehr übersichtlich. Zwölf Modelle sind auch mit einer Notruftaste ausgestattet, deren Funktion die Tester von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ bewerteten.
Äußerlich unterscheiden sich viele Seniorenhandys kaum noch von anderen Mobiltelefonen. Noch vor zwei Jahren waren Seniorenhandys alles andere als schick. Sie wirkten riesig gegenüber herkömmlichen Handys, von ihrem Gewicht ganz zu schweigen. Doch die Anbieter haben dazugelernt. Auch die Akkus sind besser geworden, sie machen jetzt nicht mehr so schnell schlapp wie im letzten Test vor zwei Jahren.
Der ausführliche Test ist in der April-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/seniorenhandys veröffentlicht.
Energiesparlampen: Enttäuschend: Nur drei sind „gut“
Die Zeitschrift test hat 28 Energiesparlampen mit ‘warmweißem’ Licht und unterschiedlichen Helligkeitsstufen untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur drei zeichnete test mit „Gut“ aus, 14 sind lediglich „ausreichend“, sechs sogar „mangelhaft“. Das schlechte Fazit beruht auf zwei Hauptproblemen: Zum einen lässt die Leuchtkraft vieler Lampen zu schnell nach, zum anderen besitzen einige nicht genug Schaltfestigkeit. Manche Lampen gingen im Dauertest schon nach 5000 Mal An- und Ausschalten kaputt. Zum Vergleich: „Sehr gute“ Modelle können mehr als 70 000 Mal an- und ausgeschaltet werden.
Mit den test-Noten 1,9 und 2,2 schnitten die Lampen Philips Tornado dimmable für 20 Euro und Megaman Dimmerable für 21,50 Euro am besten ab. Beide Lampen halten sehr lange, sind sehr schaltfest und dimmbar. Den letzten Platz belegt mit einer glatten 5,0 die Energiesparlampe Osram Duluxstar Target Spot R50, E14. Zwar wurde dieses Produkt laut Anbieter bereits geändert, allerdings sind im Handel noch Restbestände des Testverlierers zu finden.
Zu den Prüfkriterien zählten unter anderem lichttechnische Eigenschaften, wie Farbwiedergabe und Helligkeit nach dem Einschalten. Untersucht wurde auch die Nutzlebensdauer. Sie gibt an, nach wie vielen Stunden die Lampe nur noch 80 Prozent ihrer Leuchtkraft besitzt. Ein wichtiger Punkt, da Energiesparlampen mit der Zeit an Helligkeit verlieren, dabei jedoch genauso viel Strom verbrauchen. Die allmähliche Abnahme der Energieeffizienz verringert den Umwelt- und Kostenvorteil gegenüber Glühlampen.
Der ausführliche Test Energiesparlampen ist in der April-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/energiesparlampen veröffentlicht.
Musikdownloads: Im Test überzeugt keiner der zwölf Anbieter
Die Zeitschrift test hat neun große Onlineshops, die Musikdateien verkaufen, sowie drei spezielle Shops für Hörbuch-Downloads getestet. Bei der Bewertung landeten alle Anbieter im Mittelfeld, kein einziger ist wirklich „gut“, aber auch keiner ist „mangelhaft“.
Testsieger mit der Note 2,6 ist der Anbieter Musicload, dicht gefolgt von Media Markt und Saturn. Die größte Auswahl an Musikalben bietet Apple iTunes. Wegen unwirksamer Klauseln in den allgemeinen Geschäftsbedingungen landet Apple jedoch nur im Mittelfeld. Schlusslichter und gerade so „ausreichend“ sind napster und Nokia. Musikdateien, die man bei diesen beiden Anbietern kauft, sind kopiergeschützt und laufen nicht auf dem Apple iPod. Bei den Hörbuchanbietern liegen audible und claudio.de mit einer Bewertung von 3,2 gleichauf.
Die Tester untersuchten unter anderem den Ablauf des Einkaufs – beispielsweise ob ein komfortabler und problemloser Download möglich ist – sowie die Handhabung der Webseite und den Umgang der Anbieter mit Kundendaten. Außerdem erfolgte ein Angebots-Check: Anhand von Expertenmeinungen und Chartsplatzierungen wählte test insgesamt 200 Alben aus, die auf ihre Verfügbarkeit hin überprüft wurden. Punktabzug gab es bei Mängeln in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
Bei den Onlineshops ist oft schon die Suche kompliziert. Wer nicht genau weiß, wonach er sucht, wird bei ungenauen oder verkürzten Suchangaben mit unstrukturierten Ergebnislisten überhäuft. Für Schnäppchenjäger kann sich die Onlinesuche jedoch durchaus lohnen: Im Schnitt kostet der Download eines Albums zehn Euro, das ist oft günstiger als der klassische CD-Kauf im Laden.
Der ausführliche Test zu Musikdownloads ist in der April-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/musikdownload veröffentlicht.
Olivenöl: Die meisten Öle sind Mittelmaß
Olivenöl der Spitzenklasse nennt sich „nativ extra“ – im Test von 28 Olivenölen verdienen aber nicht alle diese Bezeichnung. Sechs Öle sind „mangelhaft“, „gut“ sind nur vier. Die meisten Olivenöle erweisen sich als Durchschnittsware: Meist sind Geruch und Geschmack nur Mittelmaß, so die Stiftung Warentest in der April-Ausgabe der Zeitschrift test.
Um ein Olivenöl „nativ extra“ nennen zu dürfen, müssen viele Kriterien erfüllt sein. Das Öl darf zum Beispiel nur mit mechanischen Verfahren gewonnen werden. Wärmezufuhr ist generell tabu. Auch Geruchs- und Geschmacksfehler sind nicht erlaubt. Es muss fruchtig schmecken und eine Reihe chemischer Grenzwerte einhalten.
Sechs Öle hielten diesen strengen Kriterien nicht stand. Bei ihnen stellten die Prüfer sensorische Fehler fest, fast alle schmeckten ranzig. Solche Fehler können entstehen, wenn die Oliven vor dem Pressen beschädigt waren beziehungsweise zu lange oder falsch gelagert wurden oder das Öl Luftsauerstoff ausgesetzt wurde. Der Testverlierer, das Olivenöl Baktat, war sensorisch stark fehlerhaft und dürfte überhaupt nur verkauft werden, nachdem es raffiniert wurde.
Testsieger ist das Bio-Olivenöl der italienischen Feinkostmarke LaSelva, das mit fast 20 Euro pro Liter aber zu den teureren gehört. Das günstigste „Gute“ kommt von Aldi (Süd): Cucina kostet 6 Euro pro Liter.
Positive Nachricht: Erstmals seit fünf Jahren fanden die Tester keine Weichmacher mehr in den Olivenölen.
Der ausführliche Test Olivenöl ist in der April-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/olivenoel veröffentlicht.

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