February 10, 2012

Stiftung Warentest: Beratungsprotokoll, Krankenkassen, Modernisierungsdarlehen, Haftpflichtversicherung, Risikolebensversicherungen und Steuererklärung

Beratungsprotokoll: Banken stellen sich dumm 

Seit Jahresbeginn sind die Banken verpflichtet, für Gespräche mit Kunden, in denen Wertpapiere wie Fonds, Anleihen oder Zertifikate empfohlen werden, ein Beratungsprotokoll zu erstellen und dem Kunden auszuhändigen. Doch einige Berater erstellen erst gar kein Protokoll, unterschreiben es – gesetzeswidrig – nicht oder nötigen Kunden zu einer Unterschrift, die nicht vorgesehen ist. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer April-Ausgabe nach einer Stichprobe von 16 Beratungsgesprächen in acht verschiedenen Kreditinstituten in vier Bundesländern. 

Die Tester erhielten zehn Protokolle, sechs Mal gingen sie leer aus. Ein Testanleger fragte in der BBBank Karlsruhe ausdrücklich nach einem Protokoll, doch der Berater wies ihn ab. Ein anderer Anleger bekam bei der Commerzbank in Karlsruhe ebenfalls kein Protokoll. „Wir wissen ja nicht, ob Sie wiederkommen, sonst haben wir uns die Mühe ja umsonst gemacht“, beschied ihm der Berater. Produkte empfohlen hat er trotzdem – ein klarer Verstoß gegen die Absicht des Gesetzgebers. 

Mitunter strotzen die Beratungsprotokolle auch von Fachwörtern, die kaum jemand versteht. „Anlage von Liquiditätsüberschüssen“, steht da, „Ansparen von Eigenmitteln für Investitionen“ oder „Ansparen von Tilgungsmitteln“. Ausgehändigt bekommen die Kunden „Onepager“ oder „Termsheets“. Einige Kunden verlangen von ihren Kunden, das Protokoll zu unterschreiben. Der Kunde muss aber nichts unterzeichen und sollte es auch nicht tun, weil es ihm im Streitfall als Zustimmung ausgelegt werden könnte. 

Wie ein Beratungsprotokoll genau aussehen soll und Tipps für Kunden finden sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/beratungsprotokolle 



Gesetzliche Krankenkassen: Preisunterschiede von 500 Euro im Jahr
 

Seit die ersten gesetzlichen Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben und andere Prämien an ihre Mitglieder ausschütten, macht der Preisunterschied im Extremfall 500 Euro im Jahr aus. Das ermittelte die Zeitschrift Finanztest in ihrer April-Ausgabe. 

Sieben von zehn Kassen, die die Beiträge bereits erhöht haben, verlangen jeden Monat einen Zusatzbeitrag von 8 Euro. Die BKK Heilberufe und die GBK fordern hingegen 1 Prozent des Einkommens (bis zur Grenze von 3.750 Euro), das kann eine zusätzliche Belastung von bis zu 37,50 Euro im Monat oder 450 Euro im Jahr ausmachen. Auch die BKK Westfalen-Lippe erhebt den Zusatzbeitrag abhängig vom Einkommen, deckelt ihn aber bei 12 Euro im Monat. Mitglieder der G&V BKK erhalten hingegen nach einem Jahr 72 Euro zurück. Andere Kassen locken mit Rabatten, wenn die Versicherten ihnen Arbeit beim Kassieren abnehmen und entweder eine Einzugsermächtigung für den Zusatzbeitrag erteilen oder den Extrabeitrag für 12 Monate im Voraus bezahlen. 

Bisher sind rund 8,7 Millionen von rund 51 Millionen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen von einem Zusatzbeitrag betroffen. Sie haben gute Chancen, den Kosten durch einen Wechsel zu entgehen. Mehr als 50 Krankenkassen haben zugesichert, in diesem Jahr keine Zusatzbeiträge zu erheben. Welche Kassen das sind und welche Leistungen die einzelnen Krankenkassen bieten, kann im Produktfinder Krankenkassen der Stiftung Warentest ermittelt werden, der unter www.test.de/krankenkassen abrufbar ist und 3 Euro kostet. 

Der Kassenwechsel muss allerdings nicht immer die beste Lösung sein. Wenn Versicherte ein besonderes Versorgungsangebot wie beispielsweise homöopathische Behandlungen wahrnehmen, kann es sich lohnen, trotz Zusatzbeitrag zu bleiben. 

Der ausführliche Text findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/zusatzbeitrag 


 
Modernisierungsdarlehen: Die besten Angebote für niedrige Kreditsummen

Neue Fliesen im Bad, einen größeren Balkon oder ein frischer Anstrich für die Hausfassade – wer jetzt einen günstigen Kredit für die Modernisierung von Haus oder Wohnung sucht, wird nicht nur bei der KfW-Bank fündig. Finanztest hat 110 Banken und 24 Bausparkassen nach einem Modernisierungsdarlehen in Höhe von 20 000 Euro gefragt und die besten Angebote in der April-Ausgabe veröffentlicht. 

Für eine Laufzeit von fünf Jahren machten die Hypovereinsbank und die Sparda Südwest mit einem Effektivzins von 3,03 Prozent im Jahr die besten Kreditangebote im Test. Der Prozentsatz gilt, wenn das Haus schuldenfrei ist und als Sicherheit eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen wird. Unter diesen Voraussetzungen schlagen einige Banken auch das Angebot der staatlichen KfW-Bank. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren kehrt sich die Reihenfolge jedoch um, dann schafft es keine der Banken und Sparkassen, die Konditionen der KfW-Bank zu übertreffen. 

Immobilienbesitzer bekommen die günstigen Förderdarlehen allerdings nicht direkt bei der KfW-Bank, sondern müssen sie über eine andere Bank oder eine Bausparkasse beantragen. Diese sind aber nicht zur Vermittlung verpflichtet. Der Test zeigt, dass vor allem bei niedrigen Kreditsummen nur einige Banken und Bausparkassen einen KfW-Kredit vermitteln. 

Der ausführliche Test Modernisierungsdarlehen findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/modernisierung 



Private Haftpflichtversicherung: Die Verträge sind besser geworden

Viele Privathaftpflichtversicherer haben ihre Verträge verbessert und ihre Bedingungen dem Finanztest-Grundschutz angepasst. Das zeigt der aktuelle Test der Zeitschrift Finanztest. Der Grundschutz enthält Leistungen, die jede private Haftpflichtversicherung unbedingt haben sollte. Im Test waren mehr als 200 Familientarife von 61 Privathaftpflichtversicherern. Zwei Drittel der Tarife erfüllen inzwischen den Grundschutz. Im Jahr 2008 war es gerade mal ein Drittel. Für Versicherte heißt das: Höchste Zeit, den eigenen Vertrag zu überprüfen. 

Ein Wechsel des Vertrages kann sich auch finanziell lohnen. Innerhalb der 34 mit „Sehr gut“ bewerteten Anbieter gibt es Preisunterschiede von 117 Euro im Jahr. Testsieger mit dem besten Qualitätsurteil sind die Anbieter Axa (Tarif Boxplus Extra) und Interrisk (Tarif XXL) für rund 130 Euro. Die günstigste „sehr gute“ Absicherung für die gesamte Familie bietet der Tarif Pro Domo Komfort des Versicherers Grundeigentümer für 62 Euro. Noch günstiger sind die mit „Gut“ bewerteten Tarife der CosmosDirekt (Basis), der Europa (Basis), der GVV-Privat (Standard) und der WGV (Basis) mit um die 50 Euro. Tarife, die den Grundschutz nicht erfüllten, hatten keine Chance auf eine „sehr gute“ oder „gute“ Bewertung. 

Eine private Haftpflichtversicherung braucht jeder. Sie zahlt für Schäden, die der Versicherte verursacht. Jedoch ist der Versicherungsschutz nicht in allen Tarifen gleich und mit den Jahren ändert sich auch der Bedarf des Versicherten. Deswegen ist es wichtig, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob der alte Vertrag wirklich alle Risiken abdeckt. 

Neben den Leistungen des Grundschutzes gingen zusätzliche Deckungserweiterungen, die für Mieter, Eltern und Hausbesitzer wichtig sind, in das Finanztest-Qualitätsurteil mit ein. Versicherer, die bei diesen Leistungen eine Selbstbeteiligung des Kunden im Schadensfall verlangten, wurden abgewertet. Für Versicherte ist es ärgerlich, wenn sie so auf einem Teil des Schadens sitzen bleiben. 

Der ausführliche Test zu privaten Haftpflichtversicherungen findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/haftpflicht 



Risikolebensversicherungen: Preisunterschiede von über 100 Prozent

Der Vergleich von Risikolebensversicherungen lohnt sich. Der teuerste Anbieter verlangt meist mehr als doppelt so hohe Beiträge wie der günstigste, so die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest. Das macht im Jahr häufig mehrere hundert Euro Unterschied aus. 

So zahlt ein 27-jähriger Nichtraucher für eine Versicherungssumme von 150.000 Euro beim günstigsten Anbieter derzeit 177 Euro im Jahr, beim teuersten 634 Euro. Finanztest hat anhand von Modellfällen die Angebote von 46 Unternehmen verglichen. Die Gesellschaften CosmosDirekt, Ergo Direkt (ehemals KarstadtQuelle), Neckermann und Ontos haben es dabei besonders häufig unter die Top Ten geschafft. 

Letztlich entscheidet aber der Einzelfall: Frauen zahlen weniger als Männer, Nichtraucher meist weniger als Raucher und jüngere Kunden weniger als ältere. Die Stiftung Warentest bietet daher unter www.test.de/analyse-risikoleben eine persönliche Analyse an. 

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Ein 34-jähriger Raucher zahlt beim günstigsten überregionalen Anbieter 489 Euro im Jahr für eine Versicherungssumme von 150.000 Euro, das sind 266 Euro mehr als das günstigste Angebot für einen gleichaltrigen Nichtraucher. 

Auch gesundheitliche Probleme treiben den Preis für den Schutz nach oben. Gerade junge Kunden sollten sich für einen Vertrag mit Nachversicherungsgarantie entscheiden. Dann können sie später die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. 

Der ausführliche Test Risikolebensversicherung findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/risikolebensversicherung 



Steuererklärung für 2009: Viel Geld vom Staat zurück

Neue Formulare, größere Steuervorteile: Finanztest zeigt, wie sich jeder mit der Steuererklärung viel Geld vom Staat zurückholt. In der Steuererklärung für das Jahr 2009 läuft vieles anders als in den Jahren zuvor. Höhere Kinderfreibeträge und ein günstigerer Steuertarif senken die Steuerlast, neue Urteile der obersten Gerichte bringen Vorteile. Die Stiftung Warentest sagt in der April-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest welche Chancen Arbeitnehmer, Familien, Rentner und Sparer haben und gibt viele Tipps, die beim Ausfüllen der Steuererklärung helfen. 

Arbeitnehmer können mit der Steuererklärung meist extra viel Geld zurückholen. In der Vergangenheit hat das Finanzamt jedem im Schnitt 765 Euro erstattet. Besonders viel bringen die Ausgaben für den Job. Für den Weg zur Arbeit gibt es ab dem ersten Kilometer der einfachen Entfernung 30 Cent Pendlerpauschale. Mehr Steuern als früher sparen viele Arbeitnehmer mit einer Zweitwohnung am Arbeitsort. Auch Kosten für das erste Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung zählen jetzt, hat der Bundesfinanzhof im vergangenen Jahr entschieden. 

Trotz der neuen Abgeltungssteuer sollten Sparer ihre Kapitaleinnahmen weiter in der Steuererklärung angeben. Gerade für Rentner und Sparer mit niedrigem Einkommen wird es sich lohnen, ihre Kapitalerträge freiwillig in die Formulare einzutragen, um kein Geld zu verschenken. Für andere Anleger ist das Ausfüllen sogar Pflicht, weil sie zum Beispiel noch ihre Kirchensteuer abrechnen müssen. 

Der ausführliche Text findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/steuererklaerung

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