May 21, 2012

Stiftung Warentest: Private Rentenversicherung, Riester-Bausparverträge, Ratingagenturen, Riester-Banksparpläne und Steuertipps zum Jahresende

Private Rentenversicherung: Nur zwei „sehr gute“ Angebote

Bei einem Test von 47 klassischen privaten Rentenversicherungen erreichten bei den Frauen und den Männern jeweils nur die Angebote von Asstel und Debeka ein „sehr gutes“ Qualitätsurteil. „Gut“ waren acht Tarife bei den Frauen und sieben bei den Männern. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Dezember-Ausgabe.

Im Modellfall von Finanztest zahlen 37-jährige Frauen 30 Jahre lang 1200 Euro jährlich ein. Dafür werden ihnen im besten Fall ab 67 Jahren lebenslang 189 Euro an garantierter Rente im Monat zugesagt, im schlechtesten Fall sind es 164 Euro. Dazu können Überschussbeteiligungen kommen, die aber nicht garantiert sind. Gleichaltrige Männer erhalten wegen ihrer kürzeren Lebenserwartung mehr. Hier reicht die Spanne von 179 Euro bis 206 Euro. Schon nach vier Jahren summieren sich solche Unterschiede auf über 1000 Euro.

Als Ergänzung zur Altersvorsorge ist eine „sehr gute“ oder „gute“ private Rentenversicherung eine Überlegung wert, sofern ein Sparer die Riester-Förderung nicht bekommt oder ihm das noch nicht reicht. Außerdem ist die private Rentenversicherung in dr Auszahlung etwas flexibler als eine Rürup- oder Riester-Rente. Der Kunde kann bei der Auszahlung sein ganzes Geld bei Rentenbeginn auf einen Schlag entnehmen, wenn ihm das plötzlich lieber ist. Bei einer Rürup-Rente geht das nicht, bei einer Riester-Rente sind nur 30 Prozent vorzeitig verfügbar.

Der ausführliche Test von privaten Rentenversicherungen findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/rentenversicherung.


 

Riester-Bausparverträge: Wohn-Riester lohnt sich

Für Sparer, die mittel- bis langfristig den Bau oder Kauf eines Eigenheims planen, ist ein Riester-Bausparvertrag die erste Wahl. Denn die Top-Tarife eines Tests der Zeitschrift Finanztest sind von ihrer Struktur genau so gut wie ungeförderte Bauspartarife, bringen aber zusätzlich viele tausend Euro an staatlichen Zulagen und Steuervorteile. Klarer Testsieger ist die Alte Leipziger mit dem Tarif „easy finanz Riester“, die bei vier Modellfällen dreimal den Spitzenplatz und einmal Platz zwei belegte.

Ein gutes Testergebnis erzielten auch die Huk Coburg mit ihrem Tarif „Finanzierungsbausparen“ und für Sparer, die hohe Sparraten zahlen können, Wüstenrot mit dem Tarif RB/FX.

Erst sparen, dann bauen – dieses Prinzip gilt auch für die neuen Riester-Bausparverträge. Der Bausparer zahlt erst einmal einige Jahre lang regelmäßig Sparraten. Er spart damit nicht nur Kapital an, sondern erwirbt sich auch das Anrecht auf einen späteren, besonders günstigen Kredit, auch wenn die Zinsen in der Zwischenzeit gestiegen sind. In der Riester-Variante stockt der Staat die Sparbeiträge um eine Grundzulage von 154 Euro im Jahr auf. Dazu kommen 185 Euro für jedes vor 2008 geborene Kind und 300 Euro für jedes später geborene Kind. Für eine Familie mit zwei Kindern, die den Bau oder Kauf eines Eigenheims in zehn Jahren plant, gibt der Staat bis dahin über 5000 Euro zum Riester-Bausparvertrag dazu.

Finanztest rät deshalb Sparern mit Eigenheimplänen, sich die Förderung nicht entgehen zu lassen.

Der ausführliche Test findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/bausparen.


Ratingagenturen: Krasse Fehlurteile haben System

Auf Urteile von Ratingagenturen können sich Anleger in geschlossenen Fonds nicht verlassen. Reihenweise haben sich die Agenturen in der Vergangenheit krasse Fehlurteile geleistet. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest. Häufig gab es Bestnoten für Fonds, die inzwischen pleite sind.

So vergab G.U.B. regelmäßig die Bestnote Dreifach-Plus an die Falk-Fonds, die inzwischen pleite sind. Auch sämtliche Immobilienfonds der Landesbank Berlin bekamen ein Dreifach-Plus. Einige gingen pleite, andere bescherten ihren Anlegern hohe Verluste. Und die Checkanalyse der Unternehmensanalyse Stephan Appel bescheinigte anfangs dem Immobilienfonds Trias 3 der E.G.M.B. eine hohe Qualität, obwohl der Verkaufsprospekt nur so von Fehlern strotzte. Auch dieser Fonds ist mittlerweile pleite.

Auch aktuelle Ratings fallen oft viel zu optimistisch aus. In insgesamt 25 Ratings aus den Jahren 2008 und 2009 wurde das Urteil „Gut“ nur viermal unterschritten. Selbst reine Blindpool-Fonds bekommen gute und sehr gute Ratings. Dabei steht hier noch nicht einmal fest, in welche Objekte das Geld der Anleger fließen soll.

Der Grund liegt auf der Hand: Auftraggeber und Abnehmer von Ratings sind in aller Regel die Fondsanbieter selbst. Sie sind aber nur an guten Noten interessiert, mit denen sie für ihr Produkt werben können. Fällt ein Urteil schlecht aus, ist die Agentur den Auftraggeber in der Regel los. Haften müssen die Ratingagenturen für ihre Urteile bisher nicht.

Der ausführliche Bericht findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/ratingagenturen.


Riester-Banksparpläne: Am Ende 10.000 Euro mehr – oder weniger

Riester-Banksparpläne sind für fast jeden Sparer geeignet, denn sie verbinden staatliche Förderung mit sicheren Zinserträgen. Zwischen guten und schlechten Verträgen liegen aber am Ende leicht über 10.000 Euro, hat die Zeitschrift Finanztest ausgerechnet.

Bei den überregionalen Angeboten liegen für jüngere Sparer bei Angeboten mit Zinstreppe oder Bonuszahlungen die Sparkassen Günzburg-Krumbach, Höxter, Detmold und Lünen ganz vorn. Ältere Sparer sollen laut Finanztest besser auf Produkte mit einem tagesaktuellen Zins setzen. Sie finden die besten überregionalen Angebote bei der Landessparkasse Schenefeld, bei den Volksbanken Gronau-Ahaus und Nordmünsterland, bei der Deutschen Skatbank und bei der Mainzer Volksbank.

Wer eine einfache und solide Anlageform sucht, ist mit Riester-Banksparplänen gut beraten. Denn hier kann wenig schiefgehen. Der Sparer zahlt Monat für Monat in einen Sparplan, dessen Verzinsung flexibel ist und sich am allgemeinen Zinsniveau orientiert. Der Kunde ist damit sofort im Plus und erhält zur staatlichen Förderung einen sicheren Wertzuwachs. Praktisch: Der Sparer kann kurzfristig aussteigen, wenn er das Geld für die Riester-Finanzierung einer Immobilie braucht. Kursverluste oder hohe Umstiegskosten muss er im Gegensatz zu anderen Geldanlagen nicht befürchten.

Wer 25 Jahre lang die maximale Förderung für die Riester-Rente ausschöpft, indem er 2100 Euro pro Jahr spart, wird zu Beginn seiner Rente zwischen 73.000 und über 104.000 Euro auf dem Konto haben. Bei dieser Laufzeit macht ein Renditeunterschied von einem Prozentpunkt mehr als 10.000 Euro aus.

Der ausführliche Test findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/riester-banksparplaene.


Steuertipps zum Jahresende: Jetzt Geld ausgeben und dabei Steuern sparen

Handwerker beauftragen, Babysitter auszahlen oder schnell noch Büromaterial kaufen – wer bis zum Jahresende geschickt Geld ausgibt, kann bei der nächsten Steuererklärung kräftig sparen. Darauf weist die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest in ihrer Dezember-Ausgabe hin.

So kann es sich lohnen, notwendige Reparaturen an Wohnung oder Haus noch im Dezember durchführen zu lassen. Maximal 6.000 Euro kann jeder Steuerzahler für Handwerkerkosten geltend machen, bis zu 1.200 Euro können dann von der Einkommenssteuer abgezogen werden.

Berufstätige Eltern können Betreuungskosten geltend machen: 6.000 Euro pro Kind erkennt das Finanzamt an. Zwei Drittel davon können als Werbungskosten abgesetzt werden. Auch einen eventuell vorhandenen Babysitter sollte man lieber noch im Dezember bezahlen und sich so einen Steuervorteil sichern.

Steuertipps zum Jahresende: Jeder sollte prüfen, ob er durch vorgezogene Ausgaben seine Steuerlast für 2009 noch senken kann oder ob es besser ist, Rechnungen ins nächste Jahr zu verschieben. Ehepaare sollten ihre Steuerklassen günstig kombinieren. Anleger sollten klären, ob sich Wertpapierverluste günstig über die Steuererklärung abschreiben lassen.

Wichtig in jedem Fall: Belege und Rechnungen sorgfältig aufbewahren, sie müssen dem Finanzamt vorgelegt werden.

Diese und viele weitere Steuertipps zum Jahresende finden sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und unter www.test.de/steuertipps.

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