Telekom erzielt Hälfte des Umsatzes im Ausland
Starkes Wachstum im Ausland und anhaltender Wettbewerbsdruck in Deutschland. Das sind die Kernaussagen des Quartalsberichts, den Telekom-Chef René Obermann in Bonn vorgestellt hat. Die Strategie „Konzentrieren und gezielt wachsen“ wird konsequent fortgesetzt. Beim Neukundengeschäft gibt es erste Erfolge.
„Wir sind auf dem Weg, unsere Jahresziele zu erreichen“, sagte René Obermann. „Die Zahlen zeigen aber auch, wie enorm der Wettbewerbsdruck und damit auch der Reformdruck gerade im deutschen Festnetzgeschäft ist.“
Obermann betonte, dass es daher keine Alternative zu den Reformschritten gebe, die im Rahmen der Strategie „Konzentrieren und gezielt wachsen“ eingeleitet worden sind. „Nur so können wir langfristig die Eigenständigkeit der Deutschen Telekom und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze im Unternehmen erreichen.“
Aufgrund der starken Entwicklung im Ausland stieg der Gesamtumsatz des Konzerns im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Der Umsatz im Ausland verbesserte sich um 15,5 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Damit erzielt die Deutsche Telekom rund die Hälfte ihrer Umsätze im Ausland. Starkes Wachstum kam dabei vor allem aus dem Mobilfunk. In Deutschland ging der Umsatz angesichts des anhaltenden Wettbewerbsdrucks und der Regulierung um 5,1 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zurück. Das EBITDA für den Gesamtkonzern – als das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – sank um 5,8 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.
René Obermann wandte sich in seiner Rede direkt an die Gewerkschaft Ver.di und forderte sie auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um gemeinsam eine langfristige Perspektive für die Mitarbeiter der Service-Sparten zu erarbeiten. „Ein Streik nützt niemandem“, sagte Obermann. Die aktuellen Zahlen zeigten, dass die Telekom mit ihrer neuen Strategie vorankomme: „Aber wir werden auch im weiteren Jahresverlauf hart für unseren Erfolg arbeiten müssen. Wer vor diesen Realitäten die Augen verschließt, setzt die Zukunft der Deutschen Telekom wissentlich auf’s Spiel.“
Deutschland: Maßnahmen zur Kundengewinnung greifen
Erfolge hat die Deutsche Telekom im Inland vor allem beim Neukundenwachstum erzielt. T-Mobile gewann von Januar bis März 251.000 Vertragskunden hinzu – fast dreimal so viel wie im ersten Quartal 2006. Im Breitbandgeschäft wurden 572.000 DSL-Anschlüsse an eigene Endkunden verkauft. Das ist das stärkste Wachstum, das je in einem Quartal errechnet wurde. Rund 42 Prozent aller Breitband-Neukunden landeten bei der Deutschen Telekom.
Dem stehen Verluste im klassischen Festnetzgeschäft entgegen. Hier hat die Telekom weitere 588.000 Kunden verloren. Das hat Einfluss auf den Umsatz von T-Com, der im Inland um 5,8 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro sank. „Diese Zahlen zeigen klar, dass wir unseren eingeleiteten Reformkurs vor allem auf der Kostenseite in Deutschland konsequent fortführen müssen“, sagte Obermann. „Der Reformdruck hält unvermindert an!“
Ausland: Wachstum durch Mobilfunk geht weiter
Im internationalen Mobilfunkgeschäft entwickelte sich vor allem das Geschäft mit Vertragskunden weiter sehr positiv. So hat T-Mobile USA netto fast eine Million neue Kunden gewonnen, davon 74 Prozent Vertragskunden. In Großbritannien kamen netto mehr als 100.000 neue Vertragskunden hinzu. Neben Umsatzsteigerungen in allen Auslandsgesellschaften trugen die im ersten Quartal 2006 noch nicht konsolidierten Gesellschaften tele.ring in Österreich und PTC in Polen zum Umsatzwachstum der gesamten T-Mobile Gruppe um 10,9 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro bei.
Mobiles Internet: Datenumsätze steigen
T-Mobile macht mit neuen Daten-Tarifen und dem zügigen HSDPA-Ausbau das mobile Internet schneller und attraktiver. In Europa nutzen bereits 2,2 Millionen Kunden einen web’n’walk-Tarif – das ist ein Zuwachs um 206.000 im ersten Quartal. Das schlägt sich zusammen mit einer stärkeren Nutzung der Daten-Angebote auch in den Umsätzen nieder. So stiegen die Umsätze im Datengeschäft der T-Mobile Gruppe in Westeuropa im ersten Quartal um 13 Prozent auf knapp 700 Millionen Euro. In den USA stiegen die Datenumsätze im selben Zeitraum auf knapp 600 Millionen Dollar.
Großkundengeschäft: Partnersuche läuft
Wahrend das Inlandsgeschäft von T-Systems mit einem Umsatzrückgang um 15,9 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro weiter schwach verlief, stiegen die Umsätze im internationalen Geschäft um 18,4 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro. René Obermann wiederholte, dass die Deutsche Telekom für den Bereich Enterprise Services einen Partner sucht, um Skaleneffekte zu erzielen und die internationale Präsenz zu stärken. „Die internen Vorbereitungen sind abgeschlossen. Wir werden jetzt mit einer kleineren Zahl von Interessenten die Gespräche intensivieren.“
