February 11, 2012

Test: Telefonwerbung – 17 kostenlose Girokonten – Immobilienkredite

Themen: Telefonwerbung – 17 kostenlose Girokonten – Immobilienkredite

16.06.2009

Telefonwerbung: Wie man lästige Anrufer stoppt

300 Millionen Mal wurden Verbraucher im Jahr 2008 von Firmen telefonisch belästigt. Obwohl diese Anrufe illegal sind, wenn der Verbraucher sie nicht ausdrücklich erlaubt hat, verdienen die Firmen mit ihnen so viel Geld, dass ein paar Vertragsstrafen kaum der Rede wert sind. Im Sommer tritt nun ein Gesetz in Kraft, das Kunden besser vor unerwünschter Telefonwerbung schützen soll und Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro vorsieht. Außerdem können Kunden, die sich bei einem Anruf einen Vertrag haben aufdrängen lassen, diesen einen Monat lang widerrufen.

Doch auch mit diesen Maßnahmen werden die unerwünschten Anrufe nicht aufhören. Die Zeitschrift Finanztest gibt deshalb in ihrer Juli-Ausgabe Tipps, wie man lästige Telefonwerbung stoppen kann: Betroffene müssen nur Datum, Uhrzeit, Name des Anrufers oder der Firma sowie den Grund des Anrufs notieren. Dann schicken sie das Ganze zusammen mit einer Erklärung, dass sie dem Anrufer vorher keine Einwilligung gegeben haben, an eine Verbraucherzentrale, die eine Unterlassungserklärung erwirkt oder eine Klage anstrengt. Wird die Rufnummer unterdrückt, sollte man sich an die Bundesnetzagentur wenden (rufnummernmissbrauch@bnetza.de). Sie versucht, den Anrufer zu ermitteln. Wird er erwischt, droht ihm ein Extrabußgeld von bis zu 10.000 Euro. In einigen Fällen hat die Fülle von Anzeigen Firmen bereits auf den Pfad der Tugend zurück gebracht.

Generell gilt: Nie die Zustimmung zur Nutzung der Telefonnummer zu Werbezwecken geben. Das Einverständnis kann jederzeit, auch telefonisch, widerrufen werden. In Verträgen sollten die Klauseln, dass man mit der Weitergabe seiner Daten einverstanden ist, immer gestrichen werden. Viele Verbraucher wissen nicht, dass es Hunderte Partnerunternehmen geben kann, die ebenfalls anrufen können. Anrufern sollte außerdem niemals die Kontonummer genannt werden, auch dann nicht, wenn angeblich ein Gewinn auf das Konto transferiert werden soll.

 

Girokonto: 17 sind kostenlos ohne Bedingungen

Bei einem Vergleich der Preise für Girokonten von 67 Kreditinstituten hat die Zeitschrift Finanztest 17 kostenlose Girokonten mit EC-Karte ermittelt. Mit solchen Angeboten gehen sowohl Groß- und Direktbanken als auch Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparda- und PSD-Banken auf Kundenfang.

Für Filialkunden ist die Auswahl allerdings beschränkt. Nur das Top-Girokonto der norisbank ist bundesweit zu haben und es spielt keine Rolle, ob der Kunde das Konto per PC oder Telefon führt oder dafür die Filiale nutzt. Bargeld bekommt der Kunde gebührenfrei an 7.000 Geldautomaten. Ein vergleichbares Angebot machen sonst nur viele regionale PSD-Banken. Onlinekunden sind bei comdirekt bank, ING-Diba, MBS in Potsdam, Wüstenrot Bank und der regionalen Saalesparkasse ebenso gut aufgehoben.

Neben dem Kontopreis ist es wichtig, kostenlos Geld am Automaten ziehen zu können. Die ING-Diba, zum Beispiel, erlaubt es ihren Kunden, mit der Visa-Kreditkarte an allen Automaten in Euroland Geld abzuheben. Bares gibt es inzwischen im Supermarkt an den Kassen von Rewe und Penny. Bei einer Mindesteinkaufssumme kann der Kunde bis zu 200 Euro pro Tag und Markt kostenfrei ausgezahlt bekommen. Laut Finanztest wollen Lidl und Netto nachziehen.

33 Banken im Test knüpfen das kostenlose Konto an Bedingungen, zum Beispiel einen bestimmten monatlichen Geldeingang oder den Kauf von Genossenschaftsanteilen.

Das Überziehen des Girokontos bleibt weiterhin sehr teuer, auch bei den Gratiskonten. Hier fallen Dispozinsen bis zu 14,25 Prozent (bei der Postbank) an, im Durchschnitt sind es rund 12 Prozent.

 

Immobilienkredite: Über 10 000 Euro Unterschied

Hauseigentümer können das aktuelle Zinstief nutzen und sich mit dem richtigen Anschlusskredit jetzt niedrige Zinsen sichern. Endet die Zinsbindung ihres Immobilienkredites in den nächsten Jahren, können sie sich mit einem Forwarddarlehen vor einem Zinsanstieg schützen. Finanztest hat die Konditionen für zinssichere Anschlusskredite und Forwarddarlehen von mehr als 60 Kreditinstituten und Vermittlungsgesellschaften ermittelt und große Unterschiede festgestellt.

Günstigstes und teuerstes Angebot lagen im Test oft um mehr als einen Prozentpunkt auseinander. Für das zinssichere Forwarddarlehen in Höhe von 100 000 Euro mit drei Jahren Vorlaufzeit und 15 Jahren Zinsbindung verlangten die günstigsten Anbieter 774 Euro (Effektivzins 4,77 Prozent) im Monat für die Rückzahlung innerhalb der Zinsbindung. Die Sparkasse Hannover wollte für das gleiche Darlehen monatlich 833 Euro (Effektivzins 5,96 Prozent). Während der Laufzeit summiert sich der Unterschied auf rund 10 600 Euro.

Solche Darlehen können Hauseigentümer mit einer Vorlaufzeit von bis zu vier Jahren abschließen. Anschlusskredite mit zehn Jahren Laufzeit gibt es schon für unter vier Prozent Zinsen im Jahr. Für Forwarddarlehen mit einer dreijährigen Vorlaufzeit und 20 Jahren Zinsbindung verlangen die Banken dagegen mehr als fünf Prozent.

Die besten Zinsen bieten meist Institute, die selbst gar keine Kredite vergeben, sondern sie lediglich vermitteln. Dazu gehören Vermittler wie Interhyp und Accedo, aber auch Direktbanken wie die comdirect Bank oder Cortal Consors. Über Onlineplattformen filtern sie für den Kunden aus Dutzenden von Banken und Versicherern das beste Angebot heraus. Bei Krediten mit zehn Jahren Zinsbindung gehörten aber auch regionale Banken zu den Spitzenreitern.

 

Alle Tests / Berichte finden sich in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und im Internet unter www.test.de.

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