February 10, 2012

stern.de: Ehemaliger Telekom-Sprecher Kindervater rät Jan Ullrich im Doping-Skandal zu “vollkommener Offenheit und Ehrlichkeit”

Hamburg – Der frühere Telekom-Sprecher Jürgen Kindervater hat geschockt auf die Doping-Geständnisse der ehemaligen
Team-Telekom-Fahrer Erik Zabel und Rolf Aldag reagiert. “Das ist ein Schock für mich. Ich bin ziemlich enttäuscht davon, da wir uns jahrelang vor die Fahrer gestellt haben”, sagte Kindervater zu stern.de, dem Internet-Magazin der Hamburger Zeitschrift stern.

Er selber habe nichts von Doping gewusst, versicherte Kindervater, der bis 2002 Konzern-Sprecher war, gegenüber stern.de. “Bis vor ein paar Tagen habe ich es für unvorstellbar gehalten, dass es systematisches Doping beim Team Telekom gab”.  Er habe damals bei der Teamleitung und der medizinischen Betreuung nachgefragt, ob sich der Konzern sicher sein könne, dass bei dem Radteam nicht gedopt werde. “Wir haben in der Uniklinik Freiburg eine unabhängige Instanz gesehen. Dass die Ärzte involviert waren, ist für mich eine große
Überraschung”.

Dem ehemaligen Kapitän des Bonner Rennstalls, Jan Ullrich, rät Kindervater, eine “vollkommene Offenheit und Ehrlichkeit” mit seiner Vergangenheit. Ob der Ex-Tour-Sieger tatsächlich gedopt hat, könne er jedoch nicht sagen, so Kindervater.

Die Entscheidung bei T-Mobile, das Radsport-Sponsoring fortzusetzen, könne er nachvollziehen. Auch nach dem Bekanntwerden des Festina-Skandals im Jahr 1998 habe man sich dazu entscheiden, das Sponsoring fortzusetzen. Damals habe man Geld in die Anti-Doping-Forschung gesteckt, um Maßnahmen zu entwickeln, das Blutdoping mit Epo beweisbar zu machen.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: stern.de-Redakteur Klaus Bellstedt, Tel.:
040-37034284 

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