February 10, 2012

POL-E: Schlag gegen Raubkopierer

POL-E: Schlag gegen Raubkopierer

Essen – Dortmund – Lünen – Bottrop (ots) – E-Stadtgebiet: Eine Strafanzeige der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen bei der Polizei brachte die Ermittler auf die Spur:

In einer groß angelegten Aktion durchsuchten Polizisten am vergangenen Dienstag (16.09.2008) mehrere Wohnungen in Essen und Bottrop, einen Lagerraum in Bochum und Firmen in Dortmund und Lünen. Insgesamt wurden mehr als 2.800 DVDs und CDs und eine fünfstellige Summe Bargeld beschlagnahmt. Vier Tatverdächtige wurden festgenommen.

Bereits seit zwei Jahren standen die vier jungen Männer aus Essen (29, 30, 33) und Bottrop (30) im Fokus der Ermittler des Betrugskommissariates. Ihnen wird vorgeworfen, illegal hergestellte DVDs und CDs in großem Stil hergestellt und verkauft zu haben.

In professionellen Presswerken, überwiegend in Essen und Hanau, ließen die Tatverdächtigen von illegal hergestellten Master-Datenträgern tausendfach Kopien von Filmen und Musik-CDs herstellen. Die jeweils passenden Cover oder Einleger ließ man in Druckereien in Dortmund und Lünen herstellen. Abschließend wurden die Scheiben noch ordnungsgemäß in Zellophan eingeschweißt und waren so kaum mehr von Originalen zu unterscheiden.

Der Vertrieb wurde hauptsächlich über das Internet abgewickelt. Bei verschiedenen Online-Kaufhäusern und Internetauktionsplattformen wurde die Ware in großen Mengen abgesetzt. An Wochenenden suchte der 29-jährige Haupttäter dazu noch regelmäßig Verkaufsmessen im gesamten Bundesgebiet auf, um die illegal hergestellten Filme und Musikalben zu Geld zu machen.

Unter den beschlagnahmten Datenträgern befanden sich auch eine große Anzahl aufgrund pornografischer oder Gewalt verherrlichender Darstellungen indizierter Titel.

Die drei Tatverdächtigen wurden nach ihrer Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung zunächst entlassen.

Info: Die wirtschaftlichen Einbußen durch illegale Filmkopien und andere Urheberrechtsverletzungen belaufen sich nach Schätzungen der GVU für die gesamte Branche auf mehrere hundert Millionen Euro jährlich. Raubkopierer umgehen den Jugendschutz und die freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft.

Im aktuellen Fall sammelten GVU-Mitarbeiter in zeitaufwendiger Kleinarbeit fundierte Informationen aus der Mitte der DVD-Händler. Einige Verdachtsmomente deuteten auf eine eigene Fabrikation und anschließenden Verkauf hin. Hierauf wurde Anzeige erstattet. Zum Angebot der in Rede stehenden Tätergruppe gehörten neben den üblichen Spartenproduktionen auch zahlreiche indizierte Horrorfilme sowie chinesische Pornofilme, die in Deutschland einem Verkaufsverbot unterliegen.

Über die GVU: Die GVU ist eine von den Unternehmen und Verbänden der Filmwirtschaft getragene Organisation. Ihre Aufgabe besteht in der Aufdeckung von Verstößen gegen Urheberrechte ihrer Mitglieder und der Mitteilung dieser Verstöße an die Strafverfolgungsbehörden. (LL)

 

Rückfragen bitte an:
Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr
Pressestelle
Telefon: 0201-829 1065 (außerhalb der Bürodienstzeit 0201-829 7230)
Fax: 0201-829 1069
E-Mail: pressestelle.essen@polizei.nrw.de

Speak Your Mind

*

Verwandte News