August 19, 2017

Besucher einer Osnabrücker Diskothek wurde zum Pflegefall – Türsteher zu Bewährungsstrafe verurteilt

Besucher einer Osnabrücker Diskothek wurde zum Pflegefall. Türsteher wurde aufgrund schwerer Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Osnabrück – Ein 25-jähriger Sicherheitsmann einer Diskothek an der Baumstraße wurde vom Amtsgericht aufgrund gefährlicher Körperverletzung zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Angestellte hatte vor einem Jahr einen leicht alkoholisierten Besucher gewaltsam in den Schwitzkasten genommen, so dass dieser das Bewusstsein verlor.

Als wahrscheinlicher Pflegefall für den Rest seines Lebens wird der heute 40-jährige Mann wahrscheinlich nie mehr sein Leben so bewältigen können wie zuvor. Der Mann erlitt nach den Strapazen mit dem Sicherheitsmann so schwere Verletzungen das dieser am nächsten Tag mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, doch diese Verletzungen konnten die Richter dem Angeklagten nicht zurechnen.

Am 26. Februar 2012 besuchte der bis dahin gesunde Mann mit seinem heute 18-jährige Sohn und dessen Freundeskreis die Diskothek um dort im bekannten Black Room ausgelassen zu feiern. Als einer der Mitarbeiter der besagten Diskothek den stark alkoholisierten Sohn des heutigen Pflegefalles hinaus verfrachten wollte, schaltete sich der Beschützerinstinkt des Vater ein.

Der Vater und der aufgebrachte Sicherheitsmann beendeten ihren Wortwechsel damit, dass der heute 25-jährige Angeklagte den ebenfalls Alkoholisierten Mann stark in Schwitzkasten nahm und ihn Richtung Treppe zog. Der 40-jährige Mann wurde durch den starken druck innerhalb kürzester Zeit bewusstlos. Davon sind die Richter der Verhandlung mehr als überzeugt.

Der 25-Jährige Angeklagte wurde von der Anklage beschuldigt er habe den Bewusstlosen während des Übergriffes zu Boden fallen lassen. Dabei soll der in den Schwitzkasten genommene Mann mit dem Kopf auf dem Boden aufgeprallt sein und sich derart den Schädel gebrochen haben das er sich dadurch eine lebensbedrohliche Schädelfraktur zugezogen hatte. Aufgrund einer folgenden Hirnblutung fiel der Mann später ins Koma.

Nicht nur dass der 18-jährige Sohn und seine Freunde alles mit anschauen mussten wie sein Vater und Begleiter sich die Verletzungen zuzog, ist der Mann bis heute nicht ansprechbar, dauerhaft bettlägerig und muss über eine Magensonde ernährt werden. Nach der Diagnose des Arztes, der den Patienten behandelte, müsste der Mann und seine Familie sich darauf einstellen, dass er wohl für den Rest seines Lebens in stationärer Behandlung bleiben müsste.

Nach Anhörung der zahlreichen Zeugen, die das geschehen in dem besagten Abend mit verfolgt haben, kam die Staatsanwalt zu dem Entschluss, dass der Sachverhalt der Anklage so nicht mehr stehen gelassen werden konnte. Es sei nicht sicher nachzuweisen, ob dieser lebensgefährliche Sturz mit dem Aufschlagen des Kopfes überhaupt stattgefunden habe.

Mehrere Freunde des 18-jährigen Sohnes ergänzten ihre früheren Angaben auf den damaligen Sachverhalt. Der Polizei gegenüber hatten sie erwähnt, dass sie beobachtet haben sollen, wie der Mann mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Jedoch vor Gericht räumten sie nachhaltig ein, dass sie das geschehen so genau doch nicht beobachtet hätten.

Laut des Staatsanwaltes meldeten sich offenbar zugunsten des Angeklagten mehrere Zeugen die gesehen haben sollen, wie die Helfer den bewusstlosen Mann die Treppe hoch trugen, ihn versehentlich fallen ließen und es so zu der besagten Kopfverletzung gekommen sei. Der 40-jährge Mann kam noch in der Osnabrücker Disko zu Bewusstsein und fuhr unauffällig mit dem Taxi und seinem Sohn nach Hause. Der Rettungswaagen wurde alarmiert nachdem der Sohn seinen Vater bewusstlos neben dem Sofa liegend vorfand.

Der Staatsanwalt vermerkte das nach einem Geständnis des Angeklagten, Sicherheitsangestellten nachweisbar sei das er den Mann bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hatte. Der Staatsanwalt fügte anschließend noch hinzu: „Für das Strafmaß müssen wir uns den Rest des Abends wegdenken, so schwer das fällt.“

Der Ansicht schlossen sich ebenfalls der Verteidiger wie auch die Nebenklage und das Gericht an. Gegen Ende der Verhandlung kamen der Richter und die Schöffen zu dem Entschluss, das eine einjährige Freiheitsstrafe, zur Bewährung für Tat und Schuld angemessen sei. Der Angeklagte sah ein, dass er gefährlich über griffig geworden war als er den Mann in den Schwitzkasten nahm. Der Richter benannte diese Handlung als lebensgefährlich. Die Bewährungszeit wurde vom Gericht auf drei Jahre festgelegt. Für diese Zeit stellten sie ihm einen Bewährungshelfer zur Seite. Zusätzlich zu dieser Strafe musste der Angeklagte 150 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten.

Quelle: NOZ

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